Rnic wirft Frisch Auf ins Final Four

Frisch Auf hat im letzten Moment den Einzug ins Final Four des EHF-Pokals geschafft. Ein Treffer von Momir Rnic sorgte für das 31:30 über RK Maribor.

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Harte Arbeit für Frisch Auf mit Pavel Horak (l.) und Manuel Späth. Beim 31:30-Sieg wehrte sich Maribor mächtig.  Foto: 

Der Titelverteidiger ist im ersten Final Four der EHF-Pokalgeschichte mit von der Partie. Die Handballer von Frisch Auf Göppingen besiegten am Samstagabend vor 4300 Zuschauern in der EWS-Arena die slowenischen Gäste von RK Branik Maribor mit 31:30 (15:17) Toren und dürfen damit weiterhin vom dritten Titelgewinn in Serie träumen – der Cup wird dabei diesmal im Rahmen eines Endturnieres der besten vier Mannschaften am Pfingstwochenende (18./19. Mai) im französischen Nantes nahe der Atlantikküste vergeben.

Was für ein Wahnsinns-Finale eines Europapokal-Viertelfinales? Drei Sekunden vor dem Abpfiff hämmerte Momir Rnic seinen Sprungwurf aus elf Metern ins Gästetor und beförderte Frisch Auf mit dem dringend nötigen Siegtreffer ins Final Four nach Nantes und die grün-weißen Fans in die vorübergehende Glückseligkeit. Mit dem 30:30, das zwölf Sekunden zuvor auf der anderen Seite durch einen Strafwurf von Simon Razgor gefallen war, schien das Ticket bereits an die slowenischen Gäste vergeben zu sein, die bei einem Remis mit mehr als 26 Toren weiter gekommen wären.

Der mit seinen insgesamt elf Toren dominierende Göppinger Rnic hatte auch den Torreigen dieses Viertelfinal-Rückspiels eröffnet, seine Nebenleute im Frisch-Auf-Rückraum schienen ebenfalls gut disponiert, doch die Abwehr des Gastgebers zeigte früh Schwächen, die sich über den gesamten Abend nicht abstellen ließen. So kristallisierte sich bald heraus, dass es bei einem engen, zähen Spiel bleiben würde, in dem beide Seiten mächtig um ihren Einzug ins Final Four kämpften. Maribor reagierte dabei auf die Rückraum-Lastigkeit der Frisch-Auf-Offensive und rückte mit seinem Abwehrverbund immer weiter nach vorn, was den Mannen von Velimir Petkovic überhaupt nicht schmeckte, weshalb der Göppinger Trainer schon im ersten Durchgang zwei Auszeiten benötigte. Dennoch gingen die wieselflinken und treffsicheren Slowenen mit einem 17:15-Vorsprung in die Pause, viele zuvor siegessichere Zuschauer diskutierten eifrig die Chancen des Bundesliga-Neunten aufs Weiterkommen.

Für die zweiten 30 Minuten kamen Motivator Manuel Späth und seine Mitspieler mit deutlich mehr Biss zurück aufs Spielfeld und konnten die slowenischen Freiheiten zunächst besser eingrenzen, doch vor allem Spielmacher Miha Zarabec führte immer wieder seine Künste vor und ließ die Hausherren schlecht aussehen, die nach der 21:20-Führung (40.) wieder in Rückstand gerieten und in der 51. Minute gar 24:27 zurücklagen. Die Nerven der Fans wurden aufs Äußerste strapaziert, dem Titelverteidiger drohte das Aus.

Dank einer 5:1-Abwehr und Paraden von Primoz Prost kämpften sich die Göppinger heran, kassierten aber vier Minuten vor dem Ende das 27:29, ehe Manuel Späth und Momir Rnic jeweils vom Kreis den 29:29-Ausgleich realisierten, Späth gar das 30:29 gelang. Die Hallenuhr zeigte noch 33 Sekunden. Im Gegenzug fiel das Strafwurf-30:30 und dann kam Rnic: „Der Ball musste rein, irgendwie, jetzt bin ich total fertig.“


Frisch Auf Göppingen: Rutschmann (18. bis 30.), Prost; Kneule (1), Oprea, Schöne (3), Späth (5), Beljanski, Lobedank (1), Haaß, Fontaine, Rnic (11/3), Schubert, Horak (6), Markovic (4).

RK Maribor: Cudic, Pesic; Stefanic, Mirkovic (3), Tarabochia (2), Svalina, Ostir (2), Spelic (6), Razgor (4/1), Pucnik, Zarabec (8), Sok (2), Simic, Mlakar (3).

SR: Alexei und Igor Covalciuc (Moldawien).

Zeitstrafen: 2:12 Minuten.

Zuschauer: 4300.

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