Frisch Auf: Remis-Könige schlagen wieder zu

Die Frisch-Auf-Handballer kommen in einer vom Kampf geprägten Partie beim bislang heimschwachen  Schlusslicht TuS N-Lübbecke zu einer 25:25 (10:11)-Punkteteilung.

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Frisch-Auf-Rechtsaußen Marco Rentschler blieb am Donnerstagabend in Lübbecke trotz guter Chancen ohne Torerfolg, Torhüter Joel Birlehm hatte auf Seiten des Gastgebers großen Anteil am Punktgewinn.  Foto: 

Die Handballprofis von Frisch Auf sind die Remis-Könige der Bundesliga, kein anderes Team kann in der laufenden Saison sechs Unentschieden vorweisen. Am Donnerstagabend kam es bei Schlusslicht TuS N-Lübbecke, das seinen ersten Heimpunkt einfuhr, in einer kampfbetonten, spielerisch wenig attraktiven Partie zu einer 25:25 (10:11)-Punkteteilung.

Nachdem Zarko Sesum die in Minimalbesetzung auflaufenden Göppinger in Führung gebracht und der starke Primoz Prost früh einen Siebenmeter gehalten hatte, übernahmen die Gastgeber die Regie, weil die Göppinger vor allem von den Außenpositionen gleich mehrere gute Chancen verwarfen. Prompt holte Trainer Rolf Brack Marcel Schiller und Marco Rentschler schon nach nur acht Minuten vom Feld und ersetzte sie durch Joscha Ritterbach und Alexander Trost. Als der ostwestfälische Aufsteiger nach dem 4:4 (14. Minute) auf 8:4 weggezogen war, zog Brack weitere Register. Der Frisch-Auf-Coach brachte Jacob Bagersted, den er eigentlich schonen wollte, als zweiten Kreisläufer. Die Maßnahme fruchtete, beim 9:9 (27.) war der Zwischendurch-Blackout korrigiert und mit großem Einsatz erarbeitete sich das Team um Kapitän Zarko Sesum noch einen 11:10-Pausenvorsprung.

Nach dem Seitenwechsel legten die Göppinger in den ersten Minuten jeweils ein Tor vor, versäumten es  aber, ihren Vorsprung vor allem während einer Phase mit eklatanten Lübbecker Fehlern weiter als nur auf 17:15 (42.) auszubauen. Stattdessen ging es ab dem 18:18 wieder äußerst eng zu, nur noch vom 22:20 bis zum 24:22 (54.) setzte sich Frisch Auf nochmals mit zwei Treffern ab.

Als der in der 53. Minute eingewechselte Ex-Frisch-Auf-Torhüter Peter Tatai beim Strafwurf gegen den bis dahin so sicheren Marcel Schiller siegreich blieb und Lübbeckes Hüne Bagaric zum 24:24 ausgleichen konnte (58.), drohte wieder einmal eine extrem spannende Schlussphase, in der Rolf Brack beim 25:25 und verbleibenden 20 Sekunden eine Auszeit nahm. Beim anschließenden Kempa-Trick scheiterte Alexander Trost ebenfalls an Tatai, nach dem Göppinger Einwurf blieb der Wurf von Daniel Fontaine vier Sekunden vor dem Abpfiff am massiven Abwehrblock der Ostwestfalen hängen.

Die gerechte Punkteteilung war für die Lübbecker im achten Heimspiel das erste Erfolgserlebnis auf eigenem Parkett, Frisch Auf konnte bei sechs Remis insgesamt in dieser Punktrunde das vierte Unentschieden in fremder Halle verbuchen. Tim Kneule, der gerade seinen Vertrag in Göppingen verlängert hat und ein weiteres Mal im rechten Rückraum eingesetzt wurde, gestand: „Es war ein Spiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten, in dem wir es verpasst haben, im richtigen Moment auf drei Tore wegzuziehen.“

TuS N-Lübbecke: Tatai (ab 53.), Birlehm (1); Genz (1), Kaleb (2), Bechtloff (9/2), Grabarczyk, Gierak, Bagaric (2), Gruszka, Rakovic (2/2), Torbrügge (6), Schade (2), Zetterman, Hövels, Remer.

FA Göppingen: Rebmann (n.e.), Prost; Kneule (3), Ritterbach (2), Damgaard (2), Trost (1), Bagersted (2), Sesum (3), Fontaine (1), Schiller (8/6), Rentschler, Schöngarth, Kozina (3).

SR: Köppl/Regner (Bingen).

Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

Zuschauer: 1350.

Europapokal Einmal nach Skandinavien und zweimal in die Balkanregion – so lauten die Ziele von Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen in der Gruppenphase des EHF-Cups, die im kommenden Jahr mit sechs Spieltagen ab Mitte Februar ausgetragen wird.Die Göppinger starten mit einem Heimspiel gegen Nexe Nasice (Kroatien), müssen dann zum slowenischen Vertreter RC Koper, schon 2013 Gruppengegner, und zu Cocks Riihimäki, eine Autostunde nördlich der finnischen Hauptstadt Helsinki. Dann kommt Cocks nach Göppingen, Frisch Auf muss nach Nasice und der letzte Spieltag (Osterwochenende) führt Koper unter den Hohenstaufen.

Konkurrenz  Berlin bekommt es mit Anaitasuna (Spanien), St. Raphael (Frankreich) und Lund (Schweden) zu tun, Magdeburg mit Minsk (Weißrussland), Silkeborg (Dänemark) und Presov (Slowakei)/Hafnarfjördur (Island).

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