Punkte an Grünem Tisch?

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen könnte am Grünen Tisch zu zwei Auswärtspunkten kommen: Beim Gastspiel in Wetzlar soll HSG-Neuzugang Andrej Klimovets nicht spielberechtigt gewesen sein.

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Kurz vor dem Ende der Transferperiode konnte Handball-Bundesligist HSG Wetzlar einen prominenten Neuzugang vermelden: Unmittelbar vor dem Rückrundenauftakt gegen Frisch Auf Göppingen schloss sich Ex-Weltmeister Andrej Klimovets den Mittelhessen an. Doch trotz des 26:25-Sieges gegen die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic dürfte den Wetzlarern mittlerweile nicht mehr zum Feiern zumute sein, denn der Kreisläufer soll in der Partie gegen Frisch Auf nicht spielberechtigt gewesen sein.

Vor seinem Engagement in Wetzlar hatte sich der 37-Jährige beim Oberligisten TSG Haßloch fit gehalten. Als man in Haßloch davon erfuhr, dass Klimovets bei den Hessen angeheuert und gegen Frisch Auf auch auf dem Platz gestanden hatte, benachrichtigte TSG-Abteilungsleiterin Rita Best die HBL. "Wir möchten Wetzlar damit nicht schaden, aber wir müssen auch unseren Verein schützen", erklärte sie gestern der NWZ. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll Klimovets zwar einen Spielerpass für die TSG Haßloch beantragt haben, diesen jedoch auf Anraten seines Beraters nicht unterschrieben haben. Klimovets selbst wollte sich gegenüber der NWZ nicht zu den Vorfällen äußern.

Bei der HBL werden die Wechselmodalitäten um den Kreisläufer genau unter die Lupe genommen. "Fakt ist, dass ein Spieler keine zwei Verträge bei verschiedenen Vereinen haben darf", stellt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann klar. Wenn dem im Fall Klimovets jedoch so sei, würde man Wetzlar die Punkte aus dem Göppingen-Spiel, in dem Klimovets vor allem in der Abwehr zum Einsatz kam, wieder abziehen. Das Spiel würde dann mit 2:0 Punkten und 0:0 Toren gewertet und Klimovets wohl bis Saisonende gesperrt.

Gestern Mittag flatterte bei der HBL die Stellungnahme der HSG Wetzlar auf den Tisch. Deren Geschäftsführer Björn Seipp gibt sich kämpferisch: "Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die beiden Punkte in Wetzlar zu behalten. Das sind wir der Mannschaft und den Fans schuldig. Wir sehen uns im Recht." Genaueres wollte er jedoch nicht verraten. Die HBL wird laut Bohmann wohl am Montag ein Urteil fällen. Der HBL-Geschäftsführer geht allerdings jetzt schon davon aus, dass der Fall vor das Sportgericht geht.

Bei Frisch Auf nimmt man die Aufregung in Wetzlar gelassen zur Kenntnis. Auf der mehrstündigen Anreise zum Europapokal-Auswärtsspiel beim HC Odorheiu (heute, 16.30 Uhr) sagte Sportkoordinator Alexander Kolb, dass man das Urteil der HBL abwarten wolle.

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