Jeder Trainer lernt etwas dazu

Lauterstein war am Wochenende das Mekka von Handball-Württemberg: Mehr als 200 Trainer kamen zur "Schwäbischen Handballschule", die nach langer Zeit wieder einmal im Stauferland zu Gast war.

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Klaus-Dieter Petersen (rechts) gab den Lehrgangsteilnehmern Tipps zur Traininingsgestaltung, die jungen Handballer setzten sie gleich um.  Foto: 

Der Handballverband Württemberg (HVW) hat die "Schwäbische Handballschule" zur Trainer-Fortbildung eingerichtet. Im Wechsel fungiert einer der acht Bezirke Württembergs als Ausrichter. Der Bezirk Stauferland war längst wieder an der Reihe, nachdem sich die Trainer vor 14 Jahren zum letzten Mal in Donzdorf getroffen hatten. Dass die SG Lauterstein zum Zug kam, lag nahe, denn die 20. Handballschule und das 20-jährige Bestehen der SG Lauterstein fallen in diesem Jahr zusammen.

Die SG Lauterstein nutzte diese Chance, sich unter den Handballtrainern Württembergs nicht nur mit ihrer spielstarken Mannschaft, die seit Jahren der Oberliga angehört, präsentieren zu können, sondern auch als Ausrichter einer derart hochkarätigen Veranstaltung. Die SGL stellte ein Team von mehr als 60 Leuten auf, mit Johannes Könninger an der Spitze. Dieses Organisationsteam gewährleistete, dass die 204 Lehrgangsgäste, die Referenten und die Beteiligten vom Handballverband Württemberg beste Bedingungen antrafen. Dabei wurden Kapazitätsgrenzen erreicht, denn viel mehr Teilnehmer hätte die Gemeindehalle, wo sich die Trainer zu den theoretischen Lehrgangsteilen trafen, nicht verkraftet. Bei den praktischen Demonstrationen, bei denen die B-Jugendauswahl des HVW mitwirkte und mit Einsatzbereitschaft und schneller Auffassungsgabe gefiel, fanden alle Beteiligten in der Kreuzberghalle Plätze mit guter Sicht aufs Geschehen.

Für seine Lehrgänge gewinnt der HVW immer wieder Referenten mit hervorragendem Ruf. Einer davon ist Klaus-Dieter Petersen. Lehrgangsleiter Jürgen Lebherz stellte ihn der Höflichkeit halber den Lehrgangsteilnehmern vor. Diese Insider, darunter viele aus dem Kreis Göppingen, wussten ohnedies, mit wem sie es zu tun hatten. Aktuell ist der 46-Jährige Nachwuchskoordinator beim deutschen Rekordmeister THW Kiel und gleichzeitig Co-Trainer bei dessen Kooperationsverein TSV Altenholz. Beim Deutschen Handball-Bund (DHB) arbeitete der Diplomtrainer seit 2005 als Jugendcoach und erreichte als herausragende Erfolge mit seinen Mannschaften die Jugend-Europameisterschaft 2008 und 2012.

Petersen will Handball mit Begeisterung vermitteln und weiß, was dafür zu tun ist: "Wir müssen säen, bevor wir ernten können." Bevor er auf sein erstes Thema flexibles Abwehrverhalten kam, ging er auf grundsätzliche Themen ein. Damit ein Topspieler herauskommt, müssen Trainer Technik, Athletik und Taktik schulen. Bei jedem einzelnen gelte es, das Besondere zu fördern, um so möglichst ein besonderes Team zu bekommen. Nachdrücklich wies er darauf hin, wie wichtig es ist, Abläufe "tausend Mal" zu wiederholen, um sie sicher abrufen zu können. Zum Abwehrverhalten sagte Petersen, es reiche nicht aus, zu reagieren, vielmehr sei aktives Agieren notwendig. Der besondere Stellenwert des Torwarts sei klar: "Er ist letzte Instanz, Bollwerk und Führungsspieler."

Unter den Referenten waren auch Jürgen Schweikardt, der den TV Bittenfeld in die Bundesliga geführt hat, und Axel Kromer, Co-Trainer der Nationalmannschaft und seit 1. Juli Jugendkoordinator des DHB. Er wurde in Lauterstein vom HVW, für den er viele Jahre im Einsatz war, offiziell verabschiedet.

Stefan Klaus, Trainer der SG Lauterstein, singt das Loblied auf die "Schwäbische Handballschule": "Wieder eine Fortbildung mit hoher Qualität. Jeder konnte was für seine Tätigkeit im Verein mitnehmen."

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