Handball-Hauptstadt hebt die Hand

Die Göppinger Bewerbung für die Frauenhandball-Weltmeisterschaft 2017 mit der EWS-Arena als Schauplatz

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In der Göppinger Arena sollen 2017 die Bälle bei der Weltmeisterschaft im Frauenhandball fliegen - die Bewerbung läuft.  Foto: 

ist abgeschickt. Ob unterm Hohenstaufen WM-Tore fallen, entscheidet sich im Spätsommer.

Die Weltmeisterschaft im Frauenhandball wird 2017 in Deutschland stattfinden. Das steht fest. Noch offen ist, wo genau in Deutschland. Die Stadt Göppingen und die Betreibergesellschaft der EWS-Arena haben sich jetzt als Austragungsstätte beworben. "Die Handballbegeisterung und die Tradition in Göppingen ist in ganz Deutschland einzigartig", begründet Mario Kreh, Geschäftsführer der Arena, den Anspruch, erfolgreich zu sein.

Die Bewerbung gilt für die Ausrichtung der Begegnungen einer Vorrundengruppe. Dann würden fünf Spieltage mit je drei Partien in der EWS-Arena stattfinden. Allerdings trifft Göppingen sogar in der Region auf mehrere Mitbewerber. Auch Stuttgart, Ludwigsburg, Bietigheim und Ulm bemühen sich darum, Teil der begehrten Veranstaltung zu werden. "Die anderen schwäbischen Städte sind keine größere Konkurrenz als der Rest auch", blickt Kreh auf die national ausgeschriebene Weltmeisterschaft. Außerdem seien mehrere schwäbische Veranstaltungsorte möglich. "Wir schließen zum jetzigen Zeitpunkt nichts aus" bestätigt DHB-Generalsekretär Mark Schober. Dass in Göppingen zwei Bundesligamannschaften beheimatet sind, spielt dem Standort in die Karten. "Infrastruktur, Ökonomie und Situation des Frauenhandballs sind schon Kriterien", sagt Schober.

Mario Kreh sieht die Ausschreibung als Chance, das Image der Arena und der Region aufzuwerten. Natürlich könne man die Kosten für so ein Großereignis nicht alleine stemmen, aber Unterstützung sei von verschiedenen Stellen signalisiert worden. "Es ist noch zu früh, um konkrete Aussagen zu machen", erklärt der Hallen-Manager, "aber die Resonanz ist sehr positiv." Dies sei auch ausschlaggebend dafür gewesen, die Bewerbung überhaupt abzugeben. Einige Sponsoren hätten bereits Interesse gezeigt. Ein Schreiben des Göppinger OB sei sogar Teil der Auflagen gewesen. "Der Stellenwert des Handballs für die Stadt ist wichtig und Oberbürgermeister Till wird sich für die Stadt als Austragungsort stark machen", ergänzt Olaf Hinrichsen, Pressesprecher der "Handball-Hauptstadt".

Wie lukrativ die WM für die Betreibergesellschaft werden könnte, sei von mehreren Faktoren abhängig, weiß Kreh und ist zuversichtlich, die Halle zu füllen. "Die geringen Abstände zwischen den Spielen sind natürlich eine Herausforderung, aber auch eine Chance", erläutert der Geschäftsführer. Da die WM vom 1. bis 17. Dezember 2017 angesetzt ist, wird gleichzeitig die Bundesligasaison der Frisch-Auf-Männer laufen. Dennoch denkt Kreh, dass das traditionell begeisterte Göppinger Publikum ein gutes Gerüst bildet. Er kann sich zudem vorstellen, dass Fans aus einem größeren Einzugsgebiet hinzugewonnen werden können, weil es sich um eine WM handelt. Nicht zu vergessen die mitgereisten Fans der Gastmannschaften. "Da muss man natürlich eher auf die Schweiz als auf Kuwait hoffen", blickt Kreh auf mögliche Teilnehmer.

Eine Hürde sind noch die hohen Auflagen an die Veranstaltungsorte, die durch die Internationale Handball-Föderation und den Deutschen-Handballbund festgelegt wurden. Kreh gesteht: "Stand heute erfüllen wir diese nicht." Die Qualität der Hotels und die Ausstattung der Halle seien nicht optimal - aber kein Ausschlusskriterium. Problematisch sei auch die Bereitstellung der Medienräume. Man überlege, Logen zu TV-Studios umzufunktionieren. Zusätzliche Bauten seien auch vonnöten, um alle Ansprüche abzudecken, unter anderem zusätzliche Umkleiden würden benötigt. Kein Problem hingegen stellen der Hallen- und Spielbetrieb dar, da habe man ja Erfahrung.

Ein mögliches Schaulaufen für die Männer-WM 2019 sei nicht beabsichtigt. "Unser Hauptziel ist es, die Weltmeisterschaft der Frauen mit auszurichten", sagt Kreh. Da die Männer-WM in Kooperation mit Dänemark stattfindet und deshalb eher Städte im Norden in Frage kommen, kann Kreh sich vorstellen, dass süddeutsche Kommunen bei den Titelkämpfen der Frauen eine größere Chance haben. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", widerspricht Mark Schober. Wer am Ende den Zuschlag erhält, entscheidet sich im Spätsommer.

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