Frisch-Auf-Handballer bezwingen Winterthur im Test

Mit einem deutlichen 33:23 (18:10)-Sieg haben die Frisch-Auf-Handballer Pfadi Winterthur besiegt und den Anhang unterhalten.

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Spielmacher Tim Kneule entwischt der Schweizer Abwehr und trifft für Frisch Auf.  Foto: 

„Das war ein  Vorgeschmack auf die neue Runde, aber Bundesliga ist dann doch immer etwas Besonderes“, verriet ein lachender Jens Schöngarth nach dem 33:23 der Frisch-Auf-Handballer über den Schweizer Erstligisten Pfadi Winterthur, der Göppinger Neuzugang hatte drei Treffer beigesteuert. „Meine Integration in die Mannschaft ist o.k. und wird noch besser. Es ist normal, dass noch nicht alles funktioniert“, weiß der Hüne, der dem amtierenden Europapokalsieger eine weitere Portion körperliche Dominanz beschert, die bei der Players Night die Schweizer Gäste ein ums andere Mal wie an einer Mauer abprallen ließ. Vor allem der Versuch der Eidgenossen, die neue Regel des siebten Feldspielers auszuprobieren, erwies sich zunehmend als Anschauungsunterricht, wie es gegen eine defensiv am eigenen Kreis versammelte und physisch überlegene Mannschaft schief geht. Selbst Torhüter Primoz Prost trug sich in die Torschützenliste ein, seine Abwehrspieler trafen nach Ballgewinnen ebenfalls  ins verwaiste Tor auf der Gegenseite.

„Ich weiß nicht, wer sich so etwas überlegt“, fragte sich nicht nur Jens Schöngarth, „das nimmt dem Spiel die Taktik und Ästhetik. Das ist schwachsinnig und ich glaube, da sind alle Teamkollegen mit mir einig.“ Trainer Magnus Andersson, der bei der Players Night nur auf die Langzeitausfälle Daniel Fontaine und Anton Halén verzichten musste, blieb ebenfalls bei seiner Ablehnung dieser Idee der Internationalen Handball-Föderation (IHF): „Ich bin enttäuscht und  traurig zugleich, das ist Katastrophenhandball.“

Frisch Auf fand gut in die Partie und führte nach fünf Minuten 4:0, der temporeiche Start wurde belohnt. Nach einer Auszeit traf auch Winterthur, das aber aus seiner numerischen Überzahl in der Offensive einfach keinen Nutzen ziehen konnte. Stattdessen bescherte ein Schöngarth-Doppelschlag zum 10:5 Mitte des ersten Durchgangs eine beruhigende Führung im Testspiel vor guter Kulisse, ehe Magnus Andersson einen Blockwechsel vornahm und  nur Torhüter Rutschmann und Marco Rentschler auf dem Feld blieben. Für das Trio zwischen den Pfosten waren jeweils 20 Minuten Einsatzzeit vereinbart worden. Adrian Pfahl wollte dem Kollegen  Schöngarth im neu formierten rechten Rückraum nicht nachstehen und besorgte das 11:5. Nach einem Weitwurf an den Pfosten des leeren Pfadi-Gehäuses bekam Manuel Späth am eigenen Kreis gar einen Siebenmeter zugesprochen, weil er behindert worden war – auch eine Folge des neuen Regelwerks, die Marcel Schiller zum 13:7 nutzte.

Nachdem zwei Göppinger Formationen somit ihre Unterzahl-Erfahrungen gesammelt hatten, verlief die zweite Hälfte nach altem Regelwerk. Im geordneten Spiel blieb der Frisch-Auf-Vorsprung weitgehend konstant,  die Fans bekamen teilweise schöne Treffer zu sehen und angesichts der klaren Verhältnisse wurde es zunehmend ruhiger in der EWS-Arena. „Man hat gesehen, dass wir einen breiten Kader und bislang gut gearbeitet haben“, ordnete Trainer Andersson den 33:23-Sieg ein, Frisch-Auf-Manager Gerd Hofele ergänzte: „Das Potenzial in unserer Truppe ist vorhanden.“

Torwart Bastian Rutschmann erinnerte sich während des Autogramm-Marathons nach dem Schlusspfiff an die Vorjahres-Niederlage bei der Players Night und bemerkte mit einem Schmunzeln: „Es ist doch gut für die Fans, wenn man dieses Spiel mit einem Sieg beendet.“ In der Abwehr habe es durchaus noch Abstimmungsprobleme gegeben, auch weil zuletzt mancher Akteur im Training habe etwas kürzer treten müssen. Aber Rutschmann beruhigt: „Es sind ja noch drei Wochen bis  zum Bundesliga-Auftakt.“ Dieser erfolgt ebenfalls in der EWS-Arena, Gegner ist Hannover-Burgdorf. Was der Schlussmann befürchtet: Als Torhüter werde man künftig „deutlich mehr rennen müssen“, wenn die Regel mit dem siebten Feldspieler angewendet wird. „Das werden viele Mannschaften unter Wettkampfbedingungen häufiger praktizieren und es wird damit verbunden Überraschungen geben“, glaubt Rutschmann.

FA Göppingen: Rebmann, Prost (1), Rutschmann; Kneule (2), Schoch (1), Späth (4), Barud, Sesum (1), Kaufmann (5), Berg (3), Schiller (7/3), Pfahl (3), Rentschler (3), Schöngarth (3).

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