EHF-Pokal als Aufbauhilfe

National hat Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen so seine Probleme, auf europäischer Ebene tut sich der Titelverteidiger im EHF-Pokal leichter. Der 31:20-Sieg über Odorheiu gibt Selbstvertrauen.

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Michael Haaß hatte trotz seines eingegipsten Beines und der beiden Krücken gut lachen. "Die Jungs haben gut gespielt und die Sache ganz souverän erledigt", lobte der durch ein gebrochenes Sprunggelenk zum Zuschauen verurteilte Göppinger Spielmacher seine Kollegen, die im Achtelfinal-Hinspiel des EHF-Pokals den rumänischen Tabellendritten HC Odorheiu Secuiesc mit 31:20 (13:8) beherrscht hatten. "Das tut gut nach der Liganiederlage in Wetzlar, und das Rückspiel in Rumänien dürfte keine Gefahr darstellen", blickte der Nationalspieler, der die Verletzung bei der EM in Serbien erlitten hatte, auf die Seelenlage der Frisch-Auf-Akteure, die übermorgen bereits wieder in Flensburg um Bundesligapunkte kämpfen.

Der junge Momir Rnic, den Trainer Velimir Petkovic für seinen Auftritt als einen der Haaß-Vertreter in der Rückraummitte ausdrücklich lobte, packte das durch den deutlichen Sieg gewonnene Selbstvertrauen gleich in eine Ansage in den hohen Norden. "Jetzt müssen wir auch in Flensburg etwas mitnehmen, und wenn es nur ein Punkt ist", will der neunfache Torschütze vom Samstag auch in der Liga in die Erfolgsspur kommen, "dafür müssen wir eben noch härter arbeiten." Auch in Flensburg dürfte der Coach auf die Variante mit dem 24-Jährigen als Antreiber setzen, nachdem Drasko Mrvaljevic in der Anfangsphase wenig Leben ins Göppinger Spiel gebracht hatte. "Rnic war selbst eine Gefahrenquelle und hat seine Mitspieler gut in Szene gesetzt", freute sich Petkovic für seine Entdeckung, der er in den vergangenen Monaten immer Entwicklungszeit zugestanden hatte. Dass der serbische Vize-Europameister dabei auch von der auf Pavel Horak ausgerichteten rumänischen Abwehrarbeit profitierte, ließ Velimir Petkovic erst recht schmunzeln - seine Rechnung war aufgegangen.

Dafür sanken für die Gäste aus Siebenbürgen früh die Aktien. "Die Börse der Finanzwelt steht in New York, die Börse des Handball ist Deutschland", adelte Vlad Caba in gutem Deutsch die Bundesliga, deren Vertreter nach kurzer Warmlaufphase ernst machte. Nur die mangelhafte Göppinger Chancenauswertung im ersten Durchgang ließ die Mannschaft des rumänischen Trainers, der in Österreich spielte und Zweitligist Emsdetten vor Jahren coachte, beim 13:8 nach 30 Minuten noch einigermaßen gut dastehen. Am Ende aber sicherte sich der Titelverteidiger einen Elf-Tore-Vorsprung für das Rückspiel.

"Wir können jede Woche im Fernsehen drei bis vier Bundesligaspiele sehen, Dragos Oprea ist natürlich gut bekannt", spielte Caba dann auf den in Bukarest geborenen Göppinger Linksaußen an. Im Rückspiel will der rumänische Vorjahres-Vizemeister die Nase vorn haben. "Vielleicht können wir ja unser Heimspiel gewinnen", hofft Caba, "wir sind ja schon glücklich, diese vierte Runde erreicht zu haben."

Frisch Auf will dagegen mehr, der EHF-Pokal bietet die letzte Chance, vorne mitzumischen. Die Tür zum Viertelfinale steht weit offen.

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