Dem Meister alles abverlangt

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Frisch-Auf-Torjägerin Michaela Hrbkova verwandelte vier Siebenmeter und traf gestern im Auswärtsspiel beim Thüringer HC acht Mal. Damit baute sie ihren Vorsprung in der Bundesliga-Torschützenliste weiter aus.  Foto: 

Tabellellarisch gesehen war die Begegnung zwischen dem Thüringer HC und Frisch Auf Göppingen am Freitagabend in der Handball-Bundesliga der Frauen das Spitzenspiel am letzten Spieltag in diesem Jahr. Beide Teams wurden diesem Anspruch in den 60 Minuten in der Salza-Halle in Bad Langensalza gerecht.

„Es war wie vor zwei Tagen gegen Buxtehude ein Top-Handballspiel mit zwei starken Mannschaften“, resümierte THC-Coach Herbert Müller die Partie und freute sich über einen hart erkämpften Sieg. Zwar ärgerte sich Frisch-Auf-Coach Aleksandar Knezevic über die Niederlage, hatte aber letztlich nur lobende Worte für seine Truppe. Es waren Nuancen, die am Ende entschieden. Die Frisch-Auf-Frauen rüttelten kräftig am Thron des Meisters, konnten die Serientäterinnen aus Erfurt aber nicht zu Fall bringen.

Die Partie vor 1100 Zuschauern war zunächst von viel Nervosität, Fehlwürfen und technischen Fehlern geprägt. Es waren die beiden jungen Torhüterinnen, die sich in dieser Phase auszeichneten, denn sowohl Dinah Eckerle im THC-Gehäuse als auch Kristy Zimmerman im Tor der Grün-Weißen wehrten viele Würfe ab. So stand es in der 14. Minute immer noch 4:4, ehe die Gastgeberinnen mit einem Zwischenspurt auf eine schnelle Entscheidung drängten. Binnen drei Minuten klingelte es vier Mal im Göppinger Kasten und Erfurt führte mit 8:4. Aber die Göppingerinnen ließen sich nicht beeindrucken. Knezevic stellte um und brachte für Maxime Struijs mit Johanna Schindler eine neue Regisseurin aufs Parkett. Die Maßnahme fruchtete, denn Frisch Auf fand zurück ins Spiel. Als der Trainer in den Schlussminuten der ersten Hälfte auch noch Klaudia Pielesz einwechselte und diese sogleich drei Treffer erzielte, war man beim 13:12 wieder dran. Ein vergebener Strafwurf kostete aber ein besseres Pausenresultat und so ging es mit 15:12 für den THC in die Kabine.

Im zweiten Durchgang konnten sich zunächst die Gastgeberinnen beim 19:15 (35.) wieder etwas Luft verschaffen, aber die Grün-Weißen hatten Lunte gerochen. Nach einem verwandelten Siebenmeter durch Michaela Hrbkova war man beim 20:19 in der 40. Minute wieder in unmittelbarer Schlagdistanz. Allerdings wollte der Ausgleich nicht gelingen. Der Meister legte vor, setzte sich auch immer wieder auf zwei oder drei Tore ab, doch die Göppingerinnen kämpften sich unermüdlich zurück. So auch in der 49. Minute, als man nach einer Auszeit zwei Treffer in Folge erzielte und nur mit einem Tor in Rückstand lag. Ein strittiger ­Strafwurf für den THC, eine fragwürdige Zeitstrafe für Göppingen, und Erfurt nutzte die Gunst der Stunde und legte erneut drei Tore vor.

Doch die grün-weiße Moral war weiter ungebrochen. Vier Minuten vor dem Abpfiff hatte sich Göppingen erneut auf 28:27 herangepirscht, doch mit zwei weiteren Toren brachten die Gastgeberinnen ihren 30:27-Heimsieg in trockene Tücher.

Thüringer HC: Krause, Eckerle; van de Wiel, Scheffknecht (6), Pintea (2), Schmelzer (2), Niederwieser (3), Aguilar Diaz (1), Luzumova (7/1), Engel (2), Houette, Jakubisova (2), Kiedrowski (4), Wohlbold (1), Planeta.

Frisch Auf Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Brugger (4), Struijs, Adamkova (1), Schindler (3), Kinlend (4), Hrbkova (8/4), Krhlikar (3), Petrinja, Pielesz (4).

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Hemsbach/Heddesheim).

Zeitstrafen: 6:4 Minuten.

Zuschauer: 1100.

Terminplan: Schon in zwei Wochen, am Samstag, 14. Januar 2017, treffen der Thüringer HC und die Frisch-Auf-Frauen erneut aufeinander. Um 18 Uhr kämpfen beide Teams in der Salza-Halle in Bad Langensalza um den Einzug ins Final Four im DHB-Pokal.

Bundesliga: In der Liga müssen die Spielerinnen von Trainer Aleksandar Knezevic erst wieder in zweieinhalb Wochen ran. Am Mittwoch, 18. Januar, steht in der EWS-Arena das Derby gegen die TuS Metzingen auf dem Programm. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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