Frisch Auf: Brack-Effekt verpufft

Der Trainerwechsel bei Bundesligist Frisch Auf Göppingen hat noch keine Wirkung gezeigt. Beim 28:28 beim TV Hüttenberg verspielte das Team erneut eine Führung in den Schlusssekunden.

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Vollen Einsatz in Hüttenberg zeigt Frisch-Auf-Kreisläufer Jacob Bagersted. Mit dem neuen Trainer Rolf Brack gab es nach einer Sechstore-Führung ein 28:28-Unentschieden.  Foto: 

Er hatte sich nach vierjähriger Abstinenz so sehr gewünscht, in der Handball-Bundesliga wieder im Rampenlicht zu stehen. Und es war so, als ob Rolf Brack nie weggewesen wäre. Mit großer Hingabe dirigierte der 63-Jährige, der vor vier Tagen das Traineramt bei Frisch Auf Göppingen nach der Entlassung von Magnus Andersson übernommen hatte, seine Mannen am Sonntag beim Auswärtsspiel in Gießen gegen den TV Hüttenberg von der Seitenlinie, gab lautstark viele Anweisungen und feuerte sein Team wild gestikulierend an. So, wie man das aus seiner Zeit beim HBW Balingen-Weilstetten kannte, wo Brack von 2004 bis 2013 das Sagen hatte.

Am Engagement des neuen Göppinger Übungsleiters lag es nicht, dass die Frisch-Auf-Profis gegen den Aufsteiger nicht über ein 28:28-Remis hinauskamen. Es war bereits das dritte Unentschieden gegen einen Abstiegskandidaten. Dabei offenbarte der EHF-Pokalsieger in der zweiten Hälfte eklatante Schwächen im Abschluss. Hinzu kam eine im zweiten Abschnitt schwache Torwartleistung von Primoz Prost.

„Wenn man nur vier Paraden im zweiten Durchgang hat, kann man nicht gewinnen“, stellte Brack ernüchtert fest, „dazu haben wir sechs, sieben Mal von Außen nicht getroffen. Das waren die entscheidenden Bälle.“

In der ersten Hälfte war die Welt für die Gäste noch in Ordnung. Dank einer konzentrierten Leistung führte Frisch Auf zur Pause souverän mit 16:11. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Kapitän Zarko Sesum sogar auf 17:11. Doch danach brach die Brack-Truppe ein, der Vorsprung schmolz, und in der 50. Minute glichen die Hausherren zum 23:23 aus.

„Es ist immer das Gleiche“, ärgerte sich Rechtsaußen Tomas Urban. „In der zweiten Halbzeit lassen wir zu viele Chancen liegen. Keiner versteht es“, meinte der Slowake. Eigentlich wollte Brack mit Daniel Fontaine, Tim Kneule und Adrian Pfahl im Rückraum agieren. Die Pläne des Trainers wurden jedoch schnell durchkreuzt, nachdem sich Fontaine im Abschlusstraining eine Zehenprellung zugezogen hatte. Der 28-Jährige versuchte dennoch mitzuwirken, doch nach wenigen Minuten gab er auf. Was dazu führte, dass Kneule und Sesum fast durchspielen mussten.

Da auch die Hüttenberger in der Schlussphase Fehler machten, blieb die Partie spannend. 25 Sekunden vor Schluss traf Sesum per Kempa-Trick zur Göppinger 28:27-Führung. Zehn Sekunden später glich Mario Fernandes zum 28:28-Endstand aus. Frisch-Auf-Kreisläufer Jacob Bagersted hatte kurz vor der Schlusssirene die Chance auf die erneute Führung, doch im letzten Moment wurde ihm der Ball noch abgeluchst.

Coach Brack versuchte trotz der enttäuschenden Leistung das Positive herauszustreichen: „Im Angriff waren wir in der ersten Halbzeit top. Insgesamt haben wir 12, 13 schnelle Tore gemacht. Über das Ergebnis bin ich enttäuscht, über die Leistung nicht.“

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg (ab 16.); Stefan, Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (4/2), Rompf (1), Zörb (1), Fernandes (5), Johannsson (4), Sicko (1), Roth (1), Mappes (2), Hofmann (1), Hahn, Lipovina (4).
FA Göppingen: Prost, Rebmann (n.e.); Kneule (4), Ritterbach, Damgaard (3), Bagersted (1), Sesum (4), Fontaine, Urban (6), Schiller (5/3), Pfahl (4), Schöngarth (n. e.), Kozina (1).
SR: Dinges/Kirsch. – Zeitstrafen: 4:6 Minuten. – Zuschauer: 1739.

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