"Wir sind noch nicht durch"

Es sieht nach einem Spaziergang aus. Frisch Auf reist mit elf Toren Vorsprung zum Achtelfinal-Rückspiel im EHF-Cup nach Rumänien. Trainer Petkovic nimmt die morgige Partie in Odorheiu dennoch ernst.

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Nach der Punktspiel-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt wirkt Frisch-Auf-Kapitän Enid Tahirovic nachdenklich. Die Göppinger belegen aktuell Bundesliga-Platz zehn und spielen morgen im EHF-Pokal in Rumänien. Foto: Claus Bergmann

Das volle Programm lässt den Frisch-Auf-Handballern im Moment kaum eine Verschnaufpause. Gestern Nachmittag am Stuttgarter Flughafen blickte Trainer Velimir Petkovic aber noch einmal kurz auf das Bundesliga-Gastspiel am Abend zuvor bei der SG Flensburg-Handewitt. "Ich war insgesamt nicht unzufrieden, mit unserem aktuellen Kader haben wir uns nicht so schlecht verkauft, aber eben keine Punkte geholt", bilanzierte der Frisch-Auf-Coach.

Dass sich Abwehrstütze Dalibor Anusic, der nun auch die Reise nach Rumänien nicht mitmacht, ein weiteres Mal wegen Rückenschmerzen abmelden musste und zugleich Manuel Späth nach seinen Magenproblemen nicht wie gewohnt eingesetzt werden konnte, durchkreuzte die Pläne des Trainers. "Dadurch musste Dragos Oprea viel an den Kreis und Pavel Horak ließ viel Kraft in der Abwehrmitte", erklärte Petkovic die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten, nachdem er sich für eine 3:2:1-Abwehr beim nördlichsten Ligavertreter entschieden hatte. Am Ende verloren die Göppinger zwar nie den Anschluss, mussten aber eine 28:32 (13:17)-Niederlage einstecken.

"Jetzt müssen wir sehen, welche Nachwirkungen dieses Punktspiel hat, wie viel Kraft wir verloren haben", visierte Petkovic die nächste Herausforderung an, das Achtelfinal-Rückspiel im EHF-Pokal am morgigen Samstag beim rumänischen Gastgeber HC Odorheiu Secuiesc in Siebenbürgen (Anpfiff 16.30 Uhr MEZ).

Bereits um 5.15 Uhr trifft sich die Frisch-Auf-Delegation heute zur langen Anreise per Flugzeug über Stuttgart und München nach Cluj. Dort schließt sich eine mehrstündige Busfahrt an den Spielort an. "Wir wollten ja den vielen Flugstress", sagt Petkovic zu der Teilnahme auf europäischen Parkett, für den Traditionsverein als Pokal-Verteidiger nach dem nationalen Pokal-Aus und aktuell Platz zehn in der Bundesliga im Moment die prominenteste Bühne.

"Wir hatten unter der Woche kein Spiel und versuchen, mit der gleichen Mannschaft wie in Göppingen einen guten Auftritt hinzulegen", formuliert Trainer Vlad Caba die Absichten des morgigen Gastgebers, "dabei wissen wir um die geringen Chancen, noch in die nächste Runde einzuziehen." Nach dem deutlichen Göppinger 31:20 (13:8) im Hinspiel vergangenen Samstag spielt auf rumänischer Seite auch das Prinzip Hoffnung eine Rolle. "Gleichzeitig rechnen wir damit, dass Frisch Auf nicht mehr ganz so konzentriert zu Werke geht", so Caba, dessen Vertrag nach zweieinhalb Jahren am Saisonende ausläuft. "In den kommenden Wochen wird sich in Gesprächen mit der Vereinsführung meine Zukunft entscheiden, im Moment ist alles offen", verrät der Coach, der vor einigen Jahren auch beim TV Emsdetten in der Zweiten Liga Nord arbeitete, "aber jetzt wollen wir erst mal gegen Frisch Auf mithalten."

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