"Es gab Momente, die nicht leicht waren"

Milena Rösler (29) hatte die Handballschuhe schon an den berühmten Nagel gehängt, doch nach der schweren Verletzung von Anja Brugger sprang die Linkshänderin nochmals auf den Bundesligazug.

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Nach den Stationen Metzingen, Sindelfingen und Bietigheim lässt Milena Rösler ihre Bundesliga-Karriere bei Frisch Auf Göppingen ausklingen.  Foto: 

Wie geht es Ihnen nach dem Sieg in Koblenz/Weibern? Und wie war die Heimfahrt?

Mir geht es super, denn es war sehr befreiend, diesen wichtigen Sieg zu holen. Es war ein Vier-Punkte-Spiel und wir haben es gewonnen. Natürlich waren wir alle erleichtert und sehr glücklich. Die Heimfahrt war trotz des Sieges eher ruhig. Wir haben viel geredet und gelacht. Es war einfach schön, als die ganze Anspannung weg war.

Wo hat sich das Team nach den unglücklichen Spielen zuvor das Selbstvertrauen für dieses Finale geholt?

Der Punkt war, dass es wirklich sehr unglückliche Niederlagen waren. Wir waren jedes Mal an Punkten dran. Und dann ist vor dem Spiel in Koblenz auch noch Seline Ineichen krank und man denkt sich, was passiert uns da eigentlich. Aber wir haben uns eingeschworen und das Motto "Jetzt erst recht!" ausgegeben. Wir haben einfach alle gar keine Lust auf ein Entscheidungsspiel und sind es dann allen Widrigkeiten zum Trotz angegangen.

In der Theorie ist der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern. Wie geht man in die letzten beiden Aufgaben?

Natürlich weiterhin hoch motiviert. Wir wissen, dass wir noch nicht durch sind und wollen noch zwei gute Spiele zeigen. Aber es sind ganz schwere Aufgaben. Aber das Heimspiel ist immer etwas Besonderes. Wir spielen gegen den amtierenden deutschen Meister und da will man nochmals alles geben. Zudem liegt der Druck eindeutig beim Thüringer HC und wir können in der klaren Außenseiterrolle fast schon befreit aufspielen.

Sie hatten Ihre Handball-Karriere eigentlich schon beendet. Haben sie die Rückkehr in die Bundesliga im Laufe der Saison auch mal bereut?

Ehrlich gesagt gab es Momente, die nicht leicht waren. Vor allem der immense Zeitaufwand macht es schwer. Aber bereut habe ich es nie, auch wenn ich nach Training oder Spiel manchmal echt am Stock gegangen bin. Aber die Mannschaft in Göppingen ist einfach super und ich wurde gleich aufgenommen. Zudem komme ich aus der Region und Göppingen hat einfach ein tolles Flair und eine lange Tradition.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Saison vorbei ist?

Ganz klar auf die Zeit für mich. Und die Daueranspannung zwischen Beruf und Handball wird mir sicher nicht fehlen. Es wird schön, wenn ich wieder freie Wochenenden habe. Und natürlich freue ich mich ganz besonders auf den ersten Urlaub nach der Saison.

Legen wir den Handball mal beiseite. Was macht Milena Rösler beruflich?

Ich bin Gymnasiallehrerin und unterrichte in den Fächern Sport, Ethik und Spanisch. Ich habe es am Johannes-Kepler-Gymnasium in Reutlingen quer Beet mit allen Klassen zu tun.

Bleibt da dann noch Zeit für Hobbys und wenn ja, für welche?

Ja, die Zeit bleibt. Ich häkele für mein Leben gern. Mützen, Schals und so Sachen. In letzter Zeit auch immer öfters Gegenstände, denn eigentlich ist alles möglich. Ich bin ohnehin ein kreativer Mensch, ich bastle viel und nehme auch immer wieder den Zeichenblock zur Hand. Außerdem koche ich unheimlich gerne, am liebsten für mehrere Personen. So etwa für meine WG, die ich zusammen mit sechs Jungs bewohne. Ich liebe es für viele Leute zu kochen und dann einen geselligen Abend zu verbringen.

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