VfB-Fans trauen Schneider wenig zu

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat am Montag Trainer Bruno Labbadia entlassen und durch Jugendcoach Thomas Schneider ersetzt. VfB-Fans aus der Region reagieren von entsetzt bis zutiefst erleichtert.

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Thomas Schneider genießt trotz Stallgeruchs - er war einst Profi auf dem Wasen und trainierte seit 2011 die U17 des Vereins - nicht das uneingeschränkte Vertrauen aller VfB-Fans. Uwe Huttenlau, Vorsitzender des Fanclubs Rot-Weiß Wiesensteig, mag sich über die Kompetenz des Neuen noch kein Urteil erlauben. Georg Baumeister, Staffelleiter der Kreisliga B9 und glühender VfB-Anhänger, würde Schneider allenfalls als Interims-Coach akzeptieren. "Auf Dauer ist er keine Lösung", sagt Baumeister.

Die Entlassung Labbadias bewerten beide unterschiedlich. Huttenlau ist froh, dass er weg ist. Für diese Entscheidung des Vorstands "wars allerhöchste Zeit", sagt der Mühlhausener. Er hätte den Trainer am liebsten schon vorige Saison gefeuert. Die gesamte Runde 2012/13 "war doch gar nix, außer dass wir im Pokalfinale waren", ereifert sich Huttenlau. Er wirft Labbadia schwere handwerkliche Mängel vor. Der finde einfach keine Stammelf, wechsle kunterbunt hin und her und "braucht sieben oder acht Spiele, bis er es einsieht". Da wars vorige Saison schon zu spät, diesmal hat der Verein nicht so lange gewartet: "Gott sei Dank", sagt Huttenlau.

Baumeister sieht die Schuld an der Misere nicht allein beim Trainer. Er ärgert sich zwar über dessen "ständige Rotiererei" und attestiert Labbadia, zuletzt "kein Spielsystem auf die Reihe gebracht" zu haben. Dennoch empfindet er wenig Freude, dass "diese Trainer-Wechslerei jetzt wieder losgeht". Er hätte Labbadia noch eine Chance gegeben und stattdessen lieber "den Spielern in den Hintern getreten". Mit dem Nachfolger empfindet er schon Mitleid. Es sei "schwer, mit dieser Mannschaft klarzukommen".

Huttenlau hat mit Hinblick auf die anderen Krisen-Klubs der Liga schon sarkastisch eine Trainer-Rotation vorgeschlagen: "Keller geht nach Hamburg, Fink zum VfB und Labbadia zu Schalke", ätzt er und liefert gleich den Vorteil dieser Lösung für alle Beteiligten nach: "Dann bräuchte keiner was zu bezahlen." Im Ernst plädierte der Mühlhausener gestern für Magath als Labbadia-Nachfolger, sonst sei ja "gerade nichts auf dem Markt". Baumeister hat noch einen anderen verfügbaren Coach entdeckt. Er hätte Thomas Schaaf genommen, einen "gestandenen Mann, der die Mannschaft vielleicht noch erreichen kann".

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