SV bekommt Lohn für große Leidenschaft

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Göppinger Jubeltraube: Die Spieler des Sportvereins feiern den Führungstreffer gegen den Spitzenreiter.  Foto: 

Erst verwandelte er einen Elfmeter zur 1:0-Führung des Göppinger Sportvereins gegen Oberliga-Tabellenführer SC Freiburg II, dann verursachte er den Strafstoß, der den Breisgau-Profis kurz vor Schluss das 1:1 ermöglichte – Tobias Clauß wurde mit zwei Aktionen zum Mann des Spiels im Stadion an der Hohenstaufenstraße, das weit mehr als nur 500 Zuschauer verdient gehabt hätte. „Wir haben uns auf dieses Spiel gefreut. Es war ein echter Brocken, aber wir waren top eingestellt“, jubelte der Verteidiger über den Coup des von vielen Ausfällen geplagten Außenseiters, „vor dem Anpfiff hätten wir ein 1:1 sofort unterschrieben.“

Auch Gianni Coveli war mit dem Ausgang der Partie mehr als zufrieden, das Konzept des Trainers war aufgegangen. „Das ist mehr als erwartet bei unseren extremen Personalproblemen. Wir haben mit taktischer Disziplin verteidigt, aber diese Profis auch unter Druck gesetzt. Ich muss meiner mutigen Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, lobte der Coach seine Elf, die sich fast von alleine aufgestellt hatte.

Mit einer stabilen Fünferkette unter Organisator Oliver Stierle erwartete der Gastgeber die vielgepriesene, zuletzt sechs Mal siegreiche  Bundesliga-Reserve. Ein Distanz-Aufsetzer nach sieben Minuten deutete deren Gefährlichkeit an, doch der Sportverein hielt gleich mit einer Strafraumaktion auf der Gegenseite dagegen. Geführt vom Bundesliga-erfahrenen Ivica Banovic zogen die Freiburger  ihr Spiel auf, glänzten mit Ballbesitz und Übersicht, doch die Platzherren wehrten sich mit Laufbereitschaft und Einsatzwillen. Ein Kopf-und Kragen-Einsatz von Torhüter Kevin Rombach gegen den heranstürmenden Kai Brünker vereitelte die zweite Torchance der Freiburger in Hälfte eins, das 0:0 zur Pause schätzten die SV-Fans.

Mit zwei neuen Spielern und erhöhtem Tempo schnürten die erfolgsverwöhnten Freiburger danach die Göppinger erst einmal ein, Stierle klärte per Kopf in höchster Not. Gianni Coveli unterstützte sein Team in diesen kritischen Minuten mit klaren Ansagen. Das Bollwerk hielt, auch wenn im Aufbau das Fehlen etwa eines Kevin  Dicklhuber die Entlastung  schwierig machte.

Die wieder zunehmenden Entlastungsangriffe wurden in der 69. Minute belohnt. Maximilian Zie­sche ging im SC-Strafraum im Zweikampf mit Banovic zu Boden, Schiedsrichter Icli entschied, glücklich für den Sportverein, auf Strafstoß und zeigte dem Freiburger Kapitän die Rote Karte. Tobias Clauß („ich bin die Nummer drei beim Elfmeter, aber Botta und Dicklhuber sind ja verletzt“) setzte den Ball flach ins linke Eck zur umjubelten 1:0-Führung (72. Minute). Der Sportclub antwortete mit vermehrtem Anrennen, der Sportverein nutzte die Chance zum Kontern. In der 87. Minute war dann das Glück auf Freiburger Seite: Mohamed Dräger war im Sechzehner fahrlässig alleine gelassen worden, Tobias Clauß kam zu spät und brachte den Freiburger zu Fall. Den Strafstoß zum 1:1 verwandelte Amir Falahen. Der sehenswerte Schlagabtausch in der nervenaufreibenden Nachspielzeit blieb ohne Treffer, der Abpfiff zauberte allen Göppingern ein breites Grinsen ins Gesicht.

Freiburgs Trainer Christian Preußer  räumte ein: „Die Göppinger haben diesen Punkt redlich verdient, sie haben leidenschaftlich verteidigt. Wir können angesichts unserer Spielkontrolle nicht zufrieden sein.“ Der Plan des Kollegen Coveli aber war aufgegangen: „Ich bin sehr, sehr zufrieden, das bringt uns einen weiteren Schritt näher zum Ziel.“

SV Göppingen: Rombach – Frölich, Clauß, Houssou, Loser (63. Armbruster), Stierle, Ivezic, Renner (80. Llanes Ona), Schmidts, Zie­sche (93. Ntiti), Schwarz.

SC Freiburg: Eisele – Herrmann, Faller (46. Rüdlin), Müller (87. Hofgärtner), Langer (46. Dräger), Banovic, Wehrle (76. Falahen), Brünker, Roth, Rodas, Sierro.

SR: Icli (Lauda).

Tore: 1:0 Clauß (72./FE), 1:1 Falahen (87./FE).

Rote Karte: Banovic (F./69.).

Zuschauer: 500.

Oberliga Nach einer taktischen Meisterleistung gegen den Tabellenführer SC Freiburg II   bewies der extrem ersatzgeschwächte Göppinger Sportverein mit dem verdienten 1:1 zwar erneut seine Oberliga- Tauglichkeit, musste aber mit ansehen, dass drei Konkurrenten im Kampf um den Klassen­erhalt gegen Top-Teams sogar zu Dreiern kamen. Zwar sollte man nicht zu viel auf andere Plätze blicken, aber dass Sandhausen II, Spielberg und Walldorf II gegenüber Göppingen dadurch zwei Punkte aufholten, gilt es zu registrieren. Allerdings gehörten Oberachern, Offenburg und Hollenbach zu den Verlierern. Damit würde die Rechnung von SV-Coach Gianni Coveli sechs Spieltage vor Schluss  aufgehen: „Platz 13 reicht bei fünf Absteigern.“ Zu einer verzwickten Abstiegssituation könnte es kommen, wenn aus der Regio­nalliga die Stuttgarter Kickers und Walldorf absteigen müssten.  An der Spitze hat Bissingen nach Punkten zu Freiburg aufgeschlossen.

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