Naherholungsgebiet Trainingsplatz

Sieben Spiele in 21 Tagen stressen die Fußball-Bezirksligisten. Spitzenreiter SC Geislingen kommt damit besser zurecht als der TSV Obere Fils.

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Torjubel gibt’s beim SC ausgiebig. Hier feiern Viet Nguyen (rechts) und Mario Feldmeier. Lucas Ziegler ist auf dem Weg.  Foto: 

Am Sonntag erwartet der SC Geislingen den TV Neidlingen, der TSV Obere Fils muss zum FV Faurndau. Für beide Bezirksligisten wird’s das siebte Spiel binnen 21 Tagen. SC-Trainer Jasko Suvalic findet das als ein „für Amateure ganz schön heftiges Programm“.

Die Geislinger stecken das viel besser weg als der Nachbar aus dem Täle. Mit Ausnahme von Nico Orlando, der am Mittwoch wegen Knieproblemen fehlte und auch am Sonntag womöglich noch mal aussetzen muss, hat Suvalic alle Mann an Bord. Kollege Klaus Fischer dagegen muss mit einem Rumpfkader auskommen. Dem Trainer des TSV Obere Fils stehen nur noch zwölf Feldspieler zur Verfügung. Dilmas, Modica, Floridia, Seibert, Cengiz Telci, Daniel Straub und Banzhaf fehlen verletzt oder aus beruflichen Gründen, Kürsat Avci hat sich abgemeldet. Marco Hensel und Florian Göser plagen sich mit Knieproblemen. „Im Moment reicht die Größe des Kaders nicht aus, um so viele Spiele in so kurzer Zeit wegzustecken“, erklärt Fischer das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.

Diese Sorgen kennt Suvalic nicht. Neun Siege in Folge katapultierten den SC auf Rang eins, vier Zähler vor Mitkonkurrent Oberensingen und gar neun vor dem heimlichen Dritten VfL Kirchheim. Da müsste die Enttäuschung am Saisonende riesig sein, wenn’s nicht für einen der beiden ersten Plätze reicht. Der Coach will an solche Szenarien „keinen Gedanken verschwenden“.  Suvalic kümmert sich immer nur ums jeweils nächste Spiel, in dem bekommen es seine Zöglinge mit einem Aufsteiger zu tun, der „eine richtig gute Offensive“ mitbringt.

35 Tore haben die Neidlinger bislang geschossen.  Das klingt nach viel, der SC bringt es aber sogar auf 44. Suvalic gebietet über den besten Angriff und die mit sieben Gegentoren beste Abwehr der Liga. Der SC ist in allen Bereichen die Nummer eins – „momentan“, schränkt Suvalic ein. Sogar der selbstkritische SC-Coach findet derzeit nichts, was seine Mannschaft dringend verbessern muss. Da die Automatismen stimmen, braucht er im Training „nur an Kleinigkeiten“ zu feilen. In den vergangenen drei Wochen ging’s aber in erster Linie um „Belastungssteuerung“. Wegen der vielen Spiele trainierten die Geislinger in zwei Gruppen. Die Stammkräfte „machten Regeneration, die anderen etwas mehr“, beschreibt Suvalic die Übungseinheiten.

Am Sonntag kommt mit dem TV Neidlingen ein Neuling, der nach furiosem Auftakt mittlerweile ins Mittelfeld abgesackt ist. Suvalic schreibt den guten Start der Aufstiegseuphorie zu, hinter den Neidlinger Fußballern „steht die ganze Gemeinde“. Nach Kirchheim und Oberensingen sollen zwei Busse gefahren sein, auch im Eybacher Tal erwartet Suvalic einen Konvoi aus Neidlingen. Hurra, das ganze Dorf ist da.

Auch eine  Frage der Klasse

Der TSV Obere Fils hat noch an der 0:3-Heimpleite gegen Schlusslicht FC Eislingen zu knabbern. Dabei hatten Trainer Klaus Fischer und die Seinen in diesem Spiel ein „Erfolgserlebnis fest eingeplant“. Immerhin zählen Heimaufgaben gegen den Tabellenletzten zu den Spielen, die gewonnen werden müssen, um nicht abzusteigen. „Die Mannschaft wollte, aber sie konnte nicht“, erklärt Fischer. Das hat nicht nur mit der Müdigkeit in den englischen Wochen zu tun. Den Luxus der Regeneration von Stammspielern wie in Geislingen kann sich der TSV mangels Masse nicht leisten.

Langsam kommen die Wiesensteiger und Mühlhausener an einen Punkt, an dem sie „alles hinterfragen müssen“, sagt Fischer. Da macht er bei sich selbst keine Ausnahme. Ihm fehlen wegen des ausgedünnten Kaders aber die Handlungsalternativen. Seine Schützlinge halten in den meisten Spielen ordentlich mit, machen aber hinten und vorne immer mindestens einen Fehler zu viel. Für den Trainer ist es auch „eine Frage der Klasse“, in den entscheidenden Momenten „das Gegentor nicht zu kriegen oder selbst das Tor zu schießen“. Dazu ist der TSV Obere Fils derzeit nicht in der Lage.

In den vier Partien bis zur Winterpause muss sich der TSV irgendwie durchhangeln und Kontakt zum rettenden Ufer halten, um im neuen Jahr mit komplettem Kader wie in der Vorsaison zur Aufholjagd zu blasen.

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