Merlin zaubert Kuchen zur magischen Sieben

Der FTSV Kuchen I feiert den siebten Triumph im GZ-Pokal. Das dramatische Finale gegen den SV Westerheim entschied der Rekordsieger im Elfmeterschießen.

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GZ-Pokal Endspiel FTSV Kuchen - SV Westerheim  Foto: 

Stephan Sonnentag hätte der Held des Abends werden können. Der Westerheimer Angreifer holte zwei Elfmeter raus, verwandelte beide und schoss den SV Westerheim auf Kurs GZ-Pokalsieg. In allerletzter Sekunde der Verlängerung wurde ein anderer Held geboren. Merlin Schmid rettete den FTSV Kuchen mit seinem Tor zum 2:2 ins Elfmeterschießen, verwandelte dort einen von fünf und ließ sich neben Keeper Julian Schmiedel als Matchwinner feiern.

Merlin, der Zauberer am Hofe König Artus’ – sein Namensvetter aus Kuchen bescherte dem Rekordsieger den siebten Triumph. Schmids Treffer war die zweite, die entscheidende Wende, der Partie. Für die erste war Sonnentag verwantwortlich. Bis zur 56. Minute mühte sich Westerheim ebenso eifrig wie vergeblich um eine Torchance, ehe der Stürmer nach einem Zweikampf mit Sascha Blum zu Fall kam. „Ohne den Elfmeter hätte Westerheim sicher kein Tor geschossen“, behauptet FTSV-Trainer Martin Braunmiller unwidersprochen. Er ärgert sich über die Entscheidung des guten Schiedsrichters Steve Henriß, nach seinem Geschmack war es „kein klarer Elfmeter“.

"Zu wenig investiert"

Trotzdem hatten sich die Kuchener die Verlängerung selbst eingebrockt, weil sie nach dem Führungstor durch den sechsten Turniertreffer von Jannick Ruther (23.) „zu wenig investiert“ hatten, analysiert Braunmiller. Ruthers Tor blieb der einzige Höhepunkt der ersten 56 Minuten, in denen beide Teams defensiv fast nichts zuließen. Sonnentag küsste den SVW wach, der sofort nachlegte. In der Nachspielzeit bewahrte Schmiedel mit einer Glanzparade gegen Christian Schulz sein Team vor dem totalen Zusammenbruch.

In der Verlängerung blieb Westerheim am Drücker und stand nach Lallemands Foul an Sonnentag dicht vor dem Triumph.  Wieder trat der Gefoulte selbst an und verwandelte. Schulz (71.) und Sonnentag (72.) scheiterten an Schmiedel, der sein Team im Spiel hielt. Kuchen sah wie der sichere Verlierer aus, die letzten verzweifelten Angriffe verpufften. „Im Fußball kann immer was passieren, man darf nie aufgeben“, beschreibt Christoph Friedrich, das letzte Anrennen seines Teams. Schmid schoss die Kuchener ins Elfmeterschießen. Dort verwandelten alle fünf FTSV-Schützen und alle angetretenen Westerheimer – bis auf Jannick Munderich, dessen nicht mal schlechten Schuss fischte Schmiedel aus dem Eck.

SVW-Trainer Frank Klingler empfand den späten K.O. als „besonders bitter“ und war sichtbar stolz auf diem Leistung seines Teams. Im Gegensatz zum neuen Coach waren manche Spieler schon bei der letzten Westerheimer Endspielteilnahme vor zwei Jahren dabei, damals verloren sie ebenfalls gegen Kuchen. Kapitän Daniel Sailer würde „langsam gerne mal ein Finale gewinnen“. Nach zwölf Jahren ohne GZ-Pokaltitel muss der SVW ein weiters Jahr warten, 2017 in Gruibingen will der A-Ligist wieder angreifen. Bis dahin steht der Wanderpokal in Kuchen, zudem strich der FTSV für den Sieg 650 Euro und für den Halbfinal-Einzug der zweiten Mannschaft weitere 200 Euro ein.
 



SO SPIELTEN SIE

FTSV Kuchen I:  Schmiedel – Mayer, Lukas Lallemand, Blum, Wühle – Schmieder (35. Sannwald), Schmid, Friedrich, Lövesz (35. Gebhart) – Ruther (52. Güler), Scheifele (53. Brosig).

SV Westerheim: Maute – Rieck, Manuel Füller, Ströhle, Sailer – Florian Bohnacker (50. Simon Füller), Christian Schulz, Götz (53. Baurschafter), Maahs (80. Tritschler) – Sonnentag, Munderich.

SR: Henriß (Geislingen).

Tore: 1:0 Ruther (23.), 1:1, 1:2 Sonnentag (57./Foulelfmeter), 66./Foulelfmeter), 2:2 Schmid (80.+2).

Elfmeterschießen: 1:0 Lallemand, 1:1 Sonnentag, 2:1 Friedrich, 2:2 Schulz, 3:2 Blum, Schmiedel hält gegen Munderich,  4:2 Schmid, 4:3 Sailer, 5:3 Güler.

Zuschauer: 350.

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