GLOSSE TRAINER-ENTLASSUNG: Flaschendrehen in der Liga

Lange genug hats ja gedauert. Drei Mal am Stück musste der VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga verlieren, damit der Vorstand endlich reagiert und Trainer Bruno Labbadia rausgeworfen hat. Womöglich ist es schon zu spät, um die Saison zu retten.

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Es sind ja nur noch 31 Spiele, da wars an der Zeit zu handeln. Der VfB ist schon Tabellenvorletzter, aber muss man deswegen den Trainer entlassen? Es hätte ja auch jemand auf eine ganz andere Idee kommen können. Wer am dritten Spieltag auf einem Abstiegsplatz steht, kann sich bis zum kommenden Mai nicht viel verschlechtern. So gesehen hätte der VfB Labbadia weiter vertrauen können. Viel tiefer runter wäre es in der Tabelle auch mit diesem Trainer so schnell nicht gegangen.

Das Erstaunlichste an 50 Jahren Bundesliga ist immer noch, dass am Saisonende Mannschaften abgestiegen sind. Dabei ist das eigentlich unmöglich. Jeder Verein, der am Tabellenende steht, wechselt mal eben den Trainer und rettet sich dadurch.

Manche Vereine haben sich sogar auf Trainer-Entlassungen spezialisiert, der rote Brustring ist das Markenzeichen für den Export überflüssiger Übungsleiter. Der VfB Stuttgart versorgt den Markt an verfügbaren Trainern regelmäßig mit frischem Blut. Auch in der Spielzeit 2013/14 leisten die Stuttgarter ihren Beitrag, damit sich andere Vereine aus einem möglichst großen Reservoir bedienen können.

VfB-Fan Uwe Huttenlau aus Mühlhausen formuliert einen ganz genialen Vorschlag, wie sich die üblichen Krisen-Clubs untereinander versorgen können. Jens Keller von Schalke nach Hamburg, Thorsten Fink vom HSV zum VfB und Bruno Labbadia von Stuttgart nach Schalke - ein geschlossener Kreislauf der Verlierer. Für dieses Rotationsprinzip gibts nur einen Namen, der leider anderweitig besetzt ist: Flaschendrehen.

Sollten sich die Vereine nicht über den richtigen Verschiebebahnhof einigen, müssen sie auf die üblichen Verdächtigen zurückgreifen. Magath, Babbel, Schaaf - wer eben gerade nichts Besseres vorhat. Der VfB hat jetzt seinem bisherigen Jugendtrainer Thomas Schneider einen Zweijahres-Vertrag bei den Profis gegeben. Darauf, dass er ihn erfüllen darf, wetten nur diejenigen, die auf Rainer Brüderle als nächsten Bundeskanzler Geld gesetzt haben.

Falls auf dem Wasen schon vor 2015 ein neuer Coach gebraucht wird, gibt es auch Namen, über die bislang noch nicht spekuliert wurde und die vielleicht besser zum VfB oder anderen Krisen-Clubs passen. Vom Südtiroler Erfolgscoach Reinhold Messner spricht keiner, obwohl der nachweislich schon Vielen beim Abstieg geholfen hat.

Für ein Engagement von Harald Juhnke ist es leider zu spät. Der wäre zu Lebzeiten der ideale Trainer gewesen, hat er doch bekanntlich aus jeder Flasche das Letzte herausgeholt.

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