Die schönen Dinge des Fußballs kommen spät

Das Duell der beiden besten Abwehrreihen der Fußball-Landesliga hat die zweitbeste für sich entschieden. Der SC Geislingen blieb ohne Gegentor und schenkte der Deckung des SV Vaihingen zum 2:0 zweimal ein.

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Nur der Ball ist zwischen ihnen. Geislingens Thilo Mühlhäuser (vorn) und der Vaihinger Michael Simon gehen ins Kopfballduell. Foto: Schwabenpress

Wenn zwei höchstens mittelmäßige Offensiven auf die stärksten Abwehrreihen treffen, kann kein Festival an Torszenen herausspringen. Die Angreifer des SC Geislingen und des SV Vaihingen tun sich generell schon schwer mit dem Toreschießen. Gestern türmte sich vor dem SC-Angriff die mit 24 Gegentoren stabilste Deckung der Liga auf, Vaihingens Stürmer bekamen es mit der zweitbesten Abwehr (28 Gegentore) zu tun. Die zweitbeste Abwehr war diesmal die stabilere.

Schon in Minute elf schoss Michael Schweizer den SC nach einer Ecke in Führung, so früh wurde im Eybacher Tal schon lange kein Fußballspiel mehr entschieden. Vaihingens Angreifer dilettierten 90 Minuten lang vor sich hin, von Torgefahr keine Spur. So geriet der Geislinger Sieg nie in Gefahr, wurde aber erst in der Nachspielzeit eingetütet. Nach präzisem Zuspiel von David Leu überwand der eingewechselte Güven Sir Vaihingens Keeper Schlecker mit einem Heber aus dem Fußgelenk, wie ihn die Fußballwelt ansonsten nur von einem gewissen Raul kennt. Der SC-Torschütze hört fortan auf den Kampfnamen Sir Gonzalez Blanco.

Die schönen Dinge des Fußballs müssen nicht immer so spät kommen. "Wir hätten früher das 2:0 machen müssen", sagt SC-Trainer Andreas Strehle, der ansonsten wenig zu bemängeln fand. Vor der Pause versuchte sich Thilo Mühlhäuser frei vor dem Tor mit einem Heber, verfehlte den Kasten aber um Haaresbreite (31.). So muss der Kampfname Senor Thilo noch ein wenig warten.

Die Gastgeber dominierten den ersten Durchgang eindeutig. "Sie haben den Boden besser gelesen und waren aggressiver als wir", analysiert SV-Trainer Klaus Kämmerer den "hochverdienten Sieg" des SC. Die Seinen bemühten sich in Hälfte zwei um mehr Angriffsdruck, waren im Geislinger Strafraum an Hilflosigkeit aber nicht zu überbieten. Beispiel gefällig? Max Knoll kam nach 62 Minuten doch mal einigermaßen frei zum Schuss - und trat mehr in den Boden als Richtung Ball.

Die Geislinger spielten ihre Konter nicht sorgfältig zu Ende und wurden so immer noch im letzten Moment abgefangen. "Man hat gesehen, warum die so wenig Gegentore haben", lobt Strehle die Vaihinger Hintermannschaft. Die ließ sich erst in der Nachspielzeit austanzen.

Der 2:0-Sieg stockt das Geislinger Punktekonto auf 40 Zähler auf und beschert dem Trainer damit Planungssicherheit. 13 Spieler haben ohnedies schon verlängert, die restlichen will er in den nächsten Tagen ansprechen und zudem sucht er vier Verstärkungen, für jeden Mannschaftsteil eine.

SO SPIELTEN SIE

SC Geislingen: Schöffel - Bogdanovic, Mayer, Heiko Mühlhäuser, Markus Schweizer - Orlando (62. Sir), Leu, Geiger, Michael Schweizer (62. De Lucia) - Volk, Thilo Mühlhäuser (83. Zuljevic).

SV Vaihingen: Schlecker - Volz, Simon (36. Schneider), Ajdinovic, Müller - Knoll, Lapeschi (64. Markus Löw), Feichtinger, Drephal (62. Johannes Löw) - Hauner, Gubisch.

SR: Kronmüller (Schwäbisch Hall).

Tore: 1:0 Michael Schweizer (11.), 2:0 Sir (90.+2).

Zuschauer: 420.

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