Derbyzeit im Ankenstadion: Kuchen empfängt den SC

Derbyzeit im Kuchener Ankenstadion. Dort empfängt am Sonntag um 14 Uhr der FTSV Spitzenreiter Geislingen. Die Rollen scheinen klar verteilt.

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Pascal Volk (SC Geislingen, links) und Romario Reale (FTSV Kuchen) im Duell. Im Hinspiel siegte der SC mit 3.1.  Foto: 

Die Vorzeichen stehen nicht besonders gut: Schneefall und Schneeregen prognostiziert der Deutsche Wetterdienst fürs anstehende Wochenende, außerdem soll es zapfenkalt werden. Kurzum: Es ist äußerst ungewiss, ob die Fußball-Bezirksliga am Sonntag in die Rückrunde starten kann, ehe es dann in die Winterpause geht.

Martin Braunmiller, Coach des FTSV Kuchen, lässt sich von der Wetterlotterie nicht aus dem Konzept bringen. „Wenn die Möglichkeit besteht, wollen wir unser Spiel durchziehen“, sagt er. Gegner ist kein Geringerer als der SC Geislingen, unangefochtener und ungeschlagener Spitzenreiter mit der Bilanz von bislang 13 Siegen und zwei Unentschieden.

Dabei spielt es für Braunmiller nur eine untergeordnete Rolle, dass die Partie zugleich ein prestigeträchtiges Nachbarschaftsderby ist. Seine Gedanken sind viel pragmatischer: „Wir sind der Aufsteiger, unser einziges Ziel ist der Klassenerhalt, wir haben von Anfang an gewusst, dass wir dafür bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen“, sagt Braunmiller, dessen Team aktuell auf dem 13. und damit dem Relegationsplatz steht. Je geraffter der Spielplan in der zweiten Saisonhälfte wird, je mehr Spiele dadurch auf die Mannschaften zukommen, je größer die Schlagzahl und dadurch die Belastung wird, desto schwieriger wird es eben auch, die Mission Klassenerhalt zu erfüllen. „Darum kämpft die halbe Liga“, betont der Trainer.

Dass nun am Sonntag ein schier übermächtiger Gegner vorbeikommt, ist Braunmiller sehr wohl bewusst. „Der SC steht verdient auf Platz eins, es gibt in der Liga kein vergleichbares Team mit einer so starken Besetzung“, sagt er. Weshalb er schon gar nichts wissen will von irgendwelchen Revanchegelüsten, schließlich hatten seine Mannschaft im Hinspiel eine 1:3-Niederlage kassiert. „Wir wollen am Sonntag einfach ein gutes Spiel machen“, betont Braunmiller.

Dabei kommt es den Kuchenern zupass, dass die Formkurve zuletzt vorsichtig nach oben gezeigt hat: Vor der jüngsten Pause – am vergangenen Wochenende war der komplette Spieltag im Bezirk wegen des Wetters abgeblasen worden, am Sonntag davor Totensonntag – hatten die Kuchener zwei Siege in vier Spielen eingefahren, zuletzt ein 2:1 gegen den Sechsten SGM TT Göppingen. „Der Weg ist der richtige. Wir können ja nicht immer sagen, der Gegner ist der Favorit“, erläutert Braunmiller, „uns hängen aber noch immer die ersten sieben Spieltage ohne Sieg nach.“ Um wenigstens etwas beruhigter in die anstehende Pause gehen zu können, wäre also ein Erfolgserlebnis gegen den Geislinger Goliath nicht das Verkehrteste. „Vielleicht gelingt uns ja eine kleine Sensation und wir können einen Punkt abstauben.“

Da aber haben die Gäste etwas dagegen. Für die fallen drei Punkte unter die Kategorie „Pflichtaufgabe“ – zumal der SC sein Saisonziel Top-Fünf inzwischen korrigiert hat. „Wir wollen nicht mehr nur Vierter werden, und wir wollen nicht mehr nur Zweiter werden“, bekräftigt Trainer Jasko Suvalic. Durch einen Sieg könnte der SC seinen Vorsprung auf den Zweiten Oberensingen (spielfrei) auf elf Punkte ausbauen.

Bereits am Mittwoch hat sich seine Truppe warm geschossen und im Bezirkspokal auf fremdem Geläuf den A.1-Kreisligisten TSV Harthausen mit 5:1 aus dem Wettbewerb gekickt. Der TSV als Tabellensiebter war zwar alles andere als ein unüberwindbares Hindernis, aber eben auch kein Fallobst. „Ich bin froh, dass wir gespielt haben“, sagt Suvalic, „man hat schon gemerkt, dass uns nach zwei Wochen Pause etwas der Rhythmus gefehlt hat.“

Während des Pokalduells habe er keine Sekunde lang ans Derby gedacht, versichert Suvalic, nun aber liege der Fokus voll auf dieser Partie. Und das bedeutet vor allem, den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, schließlich – das erfahren Spitzenteams immer mal wieder – ist nichts gefährlicher als ein Spiel schon vor Anpfiff im Kopf gewonnen zu haben. „Uns ist schon klar, dass wir Favorit sind. Und natürlich ist es einfacher, als Underdog in eine Begegnung zu gehen“, erzählt Suvalic, „aber meine Mannschaft ist inzwischen so weit, keinen Gegner zu unterschätzen.“

Zudem setzt Suvalic einmal mehr auf den zwölften Mann. „Wir haben super Fans, die uns überall hin begleiten und richtig Lärm machen. Da spielt es dann keine Rolle mehr, dass Kuchen Heimvorteil hat.“

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