Bissingens Trainer würdigt Aufsteiger Göppingen für seine Leidenschaft

Beim 1:1 gegen Bissingen bekam Oberligist SV Göppingen seine fußballerischen Grenzen aufgezeigt, der Aufsteiger machte das mit großem Einsatz wett.

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Alessandro Nicastro verteidigt gegen den anstürmenden Bissinger Ricardo Gorgolione.  Foto: 

„Wir haben zusammen gehalten und nie aufgegeben. Das war ausschlaggebend für den Punktgewinn. Wir können nur als Team in der Oberliga bestehen“, stellte Kevin Dicklhuber die mannschaftliche Geschlossenheit heraus. „Läuferisch war das überragend“, ergänzte der Neuzugang, der sich zum besten Akteur im rot-schwarzen Dress aufschwang. Tatsächlich legte das SV-Team wohl mehr Kilometer zurück als in jeder Partie der vergangenen Verbandsliga-Saison.

Die Gastgeber starteten in einem nominellen 3-4-3-System, das im ersten Durchgang gegen eine dominante FSV-Elf allerdings zu einem extrem defensiven 5-4-1 mutierte. Während Göppingen im Spielaufbau große Probleme hatte und den Ball unter Druck oft nur noch per Befreiungsschlag weg beförderte, zeigten die Gäste über ihre spielstarken zentralen Mittelfeldspieler Luca Wöhrle und Oskar Schmiedel eine gute Spieleröffnung, der Ball lief flüssig durch die Reihen der Bissinger, die über die Flügel angriffen und mehrere gute Flanken vor das Gehäuse des starken SV-Keepers Rombach brachten. „Wir hatten wenig Zugriff auf außen“, bemängelte Dicklhuber und auch sein Trainer Gianni Coveli erkannte die Überlegenheit der Gäste an: „Wir haben die Räume nicht zu bekommen, Bissingen hatte vier gute Chancen.“ Die blieben aber ebenso ungenutzt wie die SV-Möglichkeiten durch Schmidts (3.) und Dicklhuber (35.). „Wir hatten eindeutig mehr vom Spiel“, war FSV-Coach Alfonso Garcia mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden, einzig das Salz in der Suppe vermisste er: „Wir müssen in der ersten Hälfte das Tor machen.“

Nach dem Seitenwechsel wurde der Spielverlauf auf den Kopf gestellt. „Den langen Ball vor dem 1:0 müssen wir klären“, kommentierte Garcia die Entstehung der Göppinger Führung, als die FSV-Hintermannschaft nicht gut aussah. Dicklhuber setzte seinen Flachschuss unhaltbar ins rechte untere Eck (51.). „Mit dem Tor waren die Zuschauer im Spiel und der SV bekam die zweite Luft. Dann hatten wir Glück, nicht das 0:2 zu kassieren“, beschrieb Garcia die beste Göppinger Phase, in der der lauffreudige Michael Renner mit seinem Versuch an FSV-Torhüter Burkhardt scheiterte, der den Ball noch an den Pfosten lenkte (53.). Hatten Garcias Schützlinge in den ersten 45 Minuten über 80 Prozent Ballbesitz, so war die Begegnung nun ausgeglichen. Der Sportverein verteidigte höher und verlagerte das Geschehen mehr in Richtung Mittelfeld.

Das gefiel Coveli viel besser als der Auftritt in Hälfte eins: „Wir haben mutiger agiert. Und so lange die Kräfte da waren, haben wir Bissingen gut von unserem Tor weg gehalten.“ Außer einem Wöhrle-Distanzschuss an die Latte (73.) ließ die SV-Defensive nichts zu – bis der Unparteiische Maurice Kern in der 77. Minute auf den Punkt zeigte, nachdem Peter Wiens nach einem Zweikampf mit SV-Kapitän Oliver Stierle zu Boden ging. Torjäger Marian Asch verwandelte sicher zum 1:1-Endstand.

„Am Anfang merkte man die Nervosität bei uns“, analysierte Coveli. „Keiner wollte einen Fehler machen, keiner ging Risiko ein“, ergänzte der kürzlich 46 Jahre gewordene Übungsleiter, der sich der Rückkehr der fehlenden Offensivkräfte Botta, Kadrija und Petruso mehr Akzente nach vorne erhofft. Für sein Pendant ist der Klassenerhalt für die Rot-Schwarzen machbar, „aber einfach wird das nicht“, lautet die Prognose Garcias, der in der Mentalität eine Trumpfkarte der Göppinger sieht: „Die Truppe hält zusammen, kämpft und beißt. Das ist wichtig. Nur mit spielerischen Mitteln geht es in der Oberliga nicht.“

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