Bei Sieg nur noch Restrisiko

Nach fünf sieglosen Spielen gehts für Bezirksligist FTSV Kuchen im Kellerduell gegen den VfB Reichenbach morgen um big points. In der Kreisliga B9 fordert Ditzenbach/Gosbach Titelaspirant Eschenbach.

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Fünf sieglose Spiele sind genug, der FTSV Kuchen braucht morgen um 15 Uhr dringend ein Erfolgserlebnis. Es wäre das erste im Jahr 2012 - und es käme genau zum rechten Zeitpunkt. Am Saisonende steigen vier Mannschaften direkt ab, mit dem VfB Reichenbach kommt der Viertletzte. Vier Punkte Vorsprung haben die Kuchener auf den Konkurrenten, ein Sieg morgen würde "die Gefahr des direkten Abstiegs minimieren", sagt Trainer Holger Franz. Dann droht dem FTSV schlimmstenfalls noch die Relegation.

Ausgerechnet ins Schlüsselspiel muss Franz womöglich eine Notelf schicken. Jens Freissler (Bänderriss) und Patrick Wühle (beruflicher Termin) fehlen sicher, drei wichtige Spieler stehen auf der Kippe. Torjäger Isa Öztunc muss einen privaten Termin mit dem Spiel morgen vereinbaren, für den angeschlagenen Abwehrchef Kai Brosig wirds ein Wettlauf mit der Zeit. Am besten siehts aus bei Gökhan Budur, der nach Rippenbruch am Mittwoch erstmals wieder trainiert hat und morgen unbedingt spielen will. "Sollten alle ausfallen, dann wirds richtig schwierig", barmt der FTSV-Trainer.

Kuchen will den Klassenverbleib in den beiden kommenden Spielen so gut wie perfekt machen. Nächste Woche gehts zum Vorletzten FC Rechberghausen, "mindestens vier Punkte" hat Franz aus diesen Partien eingeplant. Morgen erwartet er einen "hoch motivierten" Gegner, der "im Endspiel seine letzte Chance nutzen" will. Falls seine Wackelkandidaten spielen können, macht Franz den Reichenbachern wenig Hoffnung. "Dann werden wir unsere Serie siegloser Spiele beenden", verspricht der FTSV-Coach.

Ihre eigenen Aufstiegsziele haben die Fußballer des FTSV Ditzenbach/Gosbach längst begraben, jetzt wollen sie auch die Titelambitionen des TSV Eschenbach in der Kreisliga B9 eintrüben.

Mit viel Selbstvertrauen war der FTSV in die Saison gestartet, in der dann immer mehr schieflief. Schon im September warf Trainer Christian Fähndrich aus beruflichen Gründen das Handtuch, als Spielertrainer sprang Ömer Telci ein. Dem brachen nach und nach die Spieler weg, Verletzungen und schulischer Eifer schmolzen den Kader zusammen. Mete Bektas muss wegen schwerer Knieprobleme sogar seine Karriere beenden, "ein Riesenverlust für uns", bedauert Telci. Der Coach musste zu Beginn des neuen Jahres gar ohne Stürmer auskommen. Timo Angerer riss sich in der Winterpause das Kreuzband, Andreas Bossert zog sich wegen Abiturvorbereitung zurück und Ricardo Sözener fehlte schon während der Vorrunde verletzt. Sözener kam vor zwei Wochen zurück und ist derzeit der einzige Stürmer, immerhin trainiert Bossert nach bestandener Prüfung seit eineinhalb Wochen wieder mit. Ihm fehlt die Fitness, Telci nimmt ihn aber dennoch in den Kader, da auch Sözener "noch keine Luft für 90 Minuten" hat und von Bossert abgelöst werden soll. Das Job-Sharing im Angriff geht noch so lange weiter, bis der Coach zwei Stürmer für 90 Minuten hat.

Die Mannschaft bleibt zusammen und will in der kommenden Saison einen neuen Anlauf Richtung Aufstieg nehmen. Telci würde dann gerne auch wieder gegen die Eschenbacher spielen, wenn seine Mannschaft denen morgen in die Aufstiegssuppe spuckt.

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