Dritte Feinstaub-Alarm-Saison startet

Erneut appelliert die Stadt Stuttgart an Autofahrer, freiwillig auf Bus und Bahn umzusteigen. Die Erfolgsaussichten sind gering.

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  • Ab Montag sollen Autofahrer in und um Stuttgart bei hoher Feinstaubbelastung wieder auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen. Was Stuttgarter Bürger dazu meinen lesen Sie unter den folgenden Bildern sowie im Infokasten am Ende des Textes und 1/5
    Ab Montag sollen Autofahrer in und um Stuttgart bei hoher Feinstaubbelastung wieder auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen. Was Stuttgarter Bürger dazu meinen lesen Sie unter den folgenden Bildern sowie im Infokasten am Ende des Textes und Foto: 
  • Manuel Geisel befürwortet Fahrverbote. 2/5
    Manuel Geisel befürwortet Fahrverbote. Foto: 
  • Mirjam Lahm fährt schon ein e-Auto 3/5
    Mirjam Lahm fährt schon ein e-Auto Foto: 
  • Christian Bubeck steigt bei Feinstaubalarm nicht um. 4/5
    Christian Bubeck steigt bei Feinstaubalarm nicht um. Foto: 
  • Petra Braun nimmt die S-Bahn in die Stadt. 5/5
    Petra Braun nimmt die S-Bahn in die Stadt. Foto: 
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Um die Begrifflichkeit ist in Stuttgart viel gestritten worden, die Wirkung war überschaubar, nichtsdestotrotz startet Stuttgart ab dem 15. Oktober in die dritte Feinstaub-Alarm-Phase. Bis zum 15. April sind Autofahrer in der Metropolregion Stuttgart an Tagen mit hoher Luftbelastung dann wieder angehalten, auf Bus und Bahn umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Sogenannte Komfortkamine dürfen zudem nicht angeheizt werden. Der erste Alarm könnte laut dem Deutschen Wetterdienst bereits am Samstag ausgerufen werden und dann ab Montag gelten.

Wie viele Pendler dem freiwilligen Aufruf folgen werden, darüber lässt sich laut Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) keine Aussage treffen. Erhebungen in den früheren Alarm-Phasen zeigten indes, dass nur fünf bis sechs Prozent der Autofahrer auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen waren. Zu wenig, um die EU-Grenzwerte in Stuttgart einzuhalten. Sie werden auch in diesem Jahr wieder gerissen, was der Stadt eine Diskussion über Fahrverbote und entsprechende Gerichtsurteile eingebracht hat.

Kampf um jedes Mikrogramm

Trotz mäßiger Resonanz will der Stuttgarter Rathauschef am In­strument des Feinstaub-Alarms festhalten, das mache keine Freude, sei im Sinne des Gesundheitsschutzes aber notwendig, sagte er am Donnerstag vor Journalisten. „Ganz egal, was Gerichte entscheiden, es geht darum, dass die Grenzwerte eingehalten werden.“ Auf dem Weg dorthin werde man besser, sei aber noch nicht am Ziel. „Wir kämpfen weiter um jedes Mikrogramm“, betonte Kuhn.

Das Feinstaub-Ticket, mit dem Pendler bisher an Alarmtagen zum halben Preis fuhren, wird es nicht mehr geben, um Monats- und Jahreskartenbesitzer nicht zu benachteiligen. Stattdessen haben Stadt und Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) als Anreiz zum Umstieg ein neues Umwelttages­ticket aufgelegt, das nicht nur an Alarm-Tagen, sondern während der ganzen Phase zwischen Oktober und April gilt. Ein Ein-bis-zwei-Zonen-Ticket kostet dann beispielsweise 4,50 statt 6,90 Euro, ein Drei-bis-vier-Zonen-Ticket 7,70 statt 11 Euro. Das Ticket spricht vor allem Pendler aus Stuttgarter Randlagen und der Region an, von dort komme der Großteil der Autos, so Kuhn.

Mobilitätspartner wie Car2Go und Moovel bieten wie schon in der Vergangenheit während der Alarm-Phase Vergünstigungen an. Zudem arbeite man weiter am Ausbau des ÖPNV, so Kuhn. Neue Stadtbahnlinien stehen in den Startlöchern, weitere Millioneninvestitionen seien geplant. Für den kommenden Doppelhaushalt habe er Maßnahmen mit einem Umfang von 25,6 Millionen Euro angemeldet, so Kuhn. Von Bund und Land erwartete man sich weitere Gelder.

Nassreinigung ab Montag

Auch eher ungewöhnliche Projekte werden weiterverfolgt: Anfang 2018 soll es Erkenntnisse darüber geben, ob die Mooswand an der B 14 Wirkung zeigt. Ab Montag startet zudem die Nassreinigung der Straßen rund um den Feinstaub-Hotspot Neckartor. 600 000 Euro gibt die Stadt dafür bis April aus.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte den erneuten Feinstaub-Alarm. Die beiden ersten Alarm-Phasen seien ein „Flop“ gewesen, sagte die BUND-Landesvorsitzende, Brigitte Dahlbender. Doch statt nun „kräftig zuzupacken“, würden wirksame Maßnahmen auf die lange Bank oder in die gerichtliche Warteschleife geschoben. Der BUND forderte als kurzfristig wirksame Sofortmaßnahme Tempolimits auf den Zufahrtstraßen nach Stuttgart. Diese könnten kurzfristig zu einer Reduzierung der Schadstoffe führen.

Lesen Sie auch: Antworten auf wichtige Fragen zum Thema Feinstaub.

Nein, ich steige nicht um, weil ich schon mit den Öffentlichen zu meiner Ausbildung nach Remseck fahre. Den Feinstaubalarm finde ich sinnvoll und ich fände auch ein Fahrverbot für Diesel gut. Vor allem Autos, die viel Feinstaub produzieren, sollten abgeschafft werden. 
Manuel Geisel, 21,
aus Stuttgart

Ich fahre ein E-Auto. Die Situation in Stuttgart ist untragbar und ich will helfen, indem ich kein Auto mit Verbrennungsmotor fahre. Fahrverbote befürworte ich nicht grundsätzlich, aber es könnten sich doch etwa gerade und ungerade Kennzeichen abwechseln.
Mirjam Lahm, 59,
aus Ostfildern

Nein, ich steige nicht um, weil ich mein Auto brauche und viel damit fahren muss. Den Feinstaubalarm finde ich weniger sinnvoll, da viele eben nicht umsteigen. Ich fände es viel besser, wenn es günstigere Taxi-Alternativen wie zum Beispiel Uber geben würde.
Christian Bubeck, 26,
aus Gerlingen

Ich fahre schon mit der S-Bahn, weil es hier keine Parkplätze gibt. Wenn denn eine Bahn fährt, finde ich den ÖPNV ausreichend. Ich weiß nicht, wie sinnvoll der Feinstaubalarm ist. Denn es fahren ja nicht nur Autos, sondern auch viele Busse durch die Stadt.
Petra Braun, 51,
aus Zuffenhausen rei

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