Friedensnobelpreis für internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung

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Aktivisten der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) protestieren vor der amerikanischen Botschaft in Berlin mit Masken des nordkoreanischen Machthabers Jong-un (links) und des US-Präsidenten Trump gegen den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA.  Foto: 

Der Friedensnobelpreis 2017 geht an die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican). Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.

Ican erhalte die Auszeichnung für ihre Arbeit, mit der sie auf die "katastrophalen humanitären Folgen" von Atomwaffen aufmerksam mache und für ihre "bahnbrechenden Bemühungen", ein Verbot solcher Waffen auf Basis eines Vertrags zu erreichen, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen. Der diesjährige Friedensnobelpreis sei auch ein Aufruf an alle Atommächte, "ernsthafte Verhandlungen" mit dem Ziel einer schrittweisen und "sorgfältig überprüften Vernichtung" der fast 15.000 Atomwaffen in der Welt zu beginnen.

In diesem Jahr waren 215 Personen und 103 Organisationen nominiert. Öffentlich gemacht wird die Liste erst in 50 Jahren. Einige Namen wie etwa Papst Franziskus, die syrischen Weißhelme und die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas sind trotzdem bekannt. Unter den Kandidaten sind auch Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis wird als einzige der renommierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Norwegens Hauptstadt Oslo vergeben. Hier wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, auch verliehen.

Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück. Hier hatte der Dynamit-Erfinder festgelegt, dass derjenige geehrt werden solle, der „am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen“ gewirkt hat. Wieso Nobel den Preis als einzigen nach Oslo verlegte, ist nicht bekannt.

Wichtigste politische Auszeichnung

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste politische Auszeichnung der Welt. Ins Leben gerufen wurde er vom 1896 gestorbenen schwedischen Dynamit-Erfinder Alfred Nobel. Er beauftragte das norwegische Parlament in seinem Testament, jährlich bis zu drei Persönlichkeiten oder Organisationen für ihre Verdienste um die Menschheit zu ehren. Seit 1960 werden auch der Einsatz für Menschenrechte und seit 2004 das Wirken für die Umwelt geehrt. Die Preisträger werden im Oktober bekannt gegebenen, erhalten ihre Medaille und Urkunde aber erst am Todestag Nobels, dem 10. Dezember.

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