Sandra Richter wird Direktorin des Deutschen Literaturarchivs

Auf Ulrich Raulff folgt Sandra Richter: 2019 wird sie erste Direktorin auf der Schillerhöhe.

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Beginnt 2019 in Marbach: Sandra Richter.  Foto: 

Nach dem einstimmigen Votum der neunköpfigen „Findekommission“ – die SÜDWEST PRESSE berichtete – folgte gestern die einstimmige Wahl durch das Kuratorium der Deutschen Schillergesellschaft: Die Stuttgarter Literaturwissenschaftlerin Prof. Sandra Richter führt ab 2019 die Geschäfte des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA). Die 44-jährige Mutter zweier Töchter, die seit 2008 die Abteilung Neue Deutsche Literatur I an der Universität Stuttgart leitet, übernimmt die Nachfolge von Ulrich Raulff (67).

An der Qualifikation Richters, die glasklar das Rennen auf der Dreier-Liste der Kommission gemacht hatte, besteht kein Zweifel. Das unterstrichen auch die gestrigen Stellungnahmen. Für Bund und Land, Haupt-Zuwendungsgeber für Marbach, äußerten sich Monika Grütters und Theresia Bauer. Die Kulturstaatsministerin sprach von einer „klugen Entscheidung, um den exzellenten Ruf des Literaturarchivs zu stärken und seine herausragende Arbeit fortzusetzen. Als bestens vernetzte Geisteswissenschaftlerin und profunde Kennerin der deutschen Literatur“ sei Richter hervorragend geeignet.

Wissenschaftministerin Bauer hob auf die „starke Persönlichkeit und erstaunlich umfangreiche berufliche Vita“ Richters ab. Man sei überzeugt, dass Richter die enormen Herausforderungen und Möglichkeiten, die das digitale Zeitalter für das DLA bringe als internationale Stätte für die Sammlung, Erschließung, Erforschung und Präsentation der neueren deutschen Literatur meistern werde. Als Präsident der Schillergesellschaft, die Trägerin der drei Marbacher Institutionen ist – das Schiller-Nationalmuseum, das DLA und des Literaturmuseums der Moderne – freute sich Peter-André Alt über „die ideale Nachfolgerin“ Raulffs.

Mitglieder des Kuratoriums nannten Richter ein „beachtliches Kaliber“. Angeführt wurde neben der „Riesen-Publikationsliste“ unter anderem der „Ritterschlag“ den die gebürtige Kasselerin mit einem (nicht angenommenen) Ruf 2013 auf Platz eins an die Universität Cambridge erhalten habe. Richter hatte diverse Gastprofessuren im Ausland. Auch deshalb wird von ihr erwartet, die unter Raulff verfolgte Strategie der Internationalisierung kompetent fortzusetzen. Gerade ist ihr neues Buch „Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur“ erschienen.

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