Ausweichquartier für Staatsoper: Tendenz geht zum alten Postamt

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Geschäftsführender Intendant: Marc-­Oliver Hendriks.  Foto: 

Drei Standorte waren zuletzt als Übergangsspielstätte für die sanierungsbedürftige Stuttgarter Oper diskutiert worden, jetzt zeichnet sich eine Tendenz ab: in Richtung des früheren Paketpostamts in der Ehmannstraße. Das sei ein „starker Standort“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Dienstag in einer Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses des Gemeinderats. Das Gebäude sei von außen zwar nicht ansehnlich, innen als Spielort aber interessant, zudem biete es ausreichend Platz für Lagerung und Anlieferung. In den Augen der Stadt wären zudem genügend Parkmöglichkeiten vorhanden, und die Anbindung an die Stadtbahn wäre gewährleistet, wenngleich in Beschilderung und Zugangswege investiert werden müsste.

Der Standort habe Potenzial, sagte der  geschäftsführende Intendant der Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, der in den Ausschuss geladen worden war. Und auch das Gros der Gemeinderatsfraktionen ließ in der Sitzung durchblicken, dass man mit dem Postamt zumindest leben könne, darunter die beiden Fraktionschef von SPD und Grünen, Martin Körner und Andreas Winter, die neben Kuhn im Verwaltungsrat der Stuttgarter Staatstheater sitzen.

Dieser soll am 27. November den entscheidenden Fingerzeig in Richtung Ausweichquartier geben. Gemeinderat und Landtag müssen danach entscheiden. Sie teilen sich die Kosten für die überfällige Sanierung und das Übergangsgebäude. Sollte es am Ende auf die Ehmannstraße hinauslaufen, müsse man eben klar sagen, dass es sich um ein reines Interimsquartier handle, so Kuhn. Das Gebäude soll später abgerissen werden, um die Parkanlagen drumherum zu vergrößern.

Die beiden anderen zuletzt diskutierten Standorte am Eckensee vor der Oper sowie in Bad Cannstatt neben dem Mercedes-Benz-Museum, sind, so der Tenor im Ausschuss, damit so gut wie aus dem Rennen. Letzterer stößt wegen der verkehrlichen Anbindung und der Nähe zu Wasen-Gelände und Fußball-Stadion auf massive Kritik beim Stammpublikum und wäre zudem von allen drei Optionen die teuerste. Der Eckensee mit der angrenzenden Wiese soll aus ökologischen Gründen unangetastet bleiben – er gilt als wichtige Frischluftschneise in der City. Zudem böte das Areal zu geringe Kapazitäten.

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