Wackelt Leuchtturm?
Heiningen. Die Wirtschaftlichkeit des geplanten EU-Leuchtturmprojekts für regenerative Energien in Heiningen ist nach ersten Untersuchungen noch ungewiss.
Im April oder Mai soll es einen Bürgerentscheid über das geplante Biomassezentrum mit Biogasanlage am Ortsrand von Heiningen geben. Vorausgesetzt, das Projekt ist technisch und wirtschaftlich sinnvoll. Gutachten dazu sind im letzten Jahr in Auftrag gegeben worden. Jetzt deutet der Heininger Bürgermeister Norbert Aufrecht an, dass die Wirtschaftlichkeit die Schwachstelle sein könnte.
Er bezieht sich auf einen Entwurf der Untersuchung. Demnach könne es auf Dauer knapp werden mit der Rentabilität, auch wenn es nicht um Gewinne gehe, sondern um die Schwarze Null als Mindestvoraussetzung.
Aufrecht will das aber nicht überbewertet wissen. Es seien nur mal Zahlen eines Entwurfs, die vorlägen, die seien noch nicht das letzte Wort. "Das besagt erst mal nur, dass man da reinleuchten muss." Schon in vier Wochen wisse man mehr. In weiteren Punkten sei das Projekt fachlich untermauert worden, erklärt Aufreht, in technischer Hinsicht ebenso wie bei der Ökobilanz.
Zweifel an der Rentabilität des Projekts gab es fast von Anfang an. Schon bei einer Anhörung für Landwirte in Bad Boll wurden Stimmen laut, die die Kalkulation in Frage stellten - im Einzelnen und als ganzes. Ein Fachmann von der Uni Hohenheim bezeichnete es als Riesenherausforderung, so eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Diese Zweifel sind dann auch von Gegnern des Projekts aufgegriffen worden, die sich im letzten Jahr zu einer Bürgeriniative formiert haben und viel Zulauf erhielten. Die Kalkulation, auf die immer wieder verwiesen wurde, war für die einen beruhigend, für die anderen unbewiesen oder brüchig. Wobei auch gesagt wurde: Durchrechnen kann mans erst, wenn man weiß, wie groß an welchem Standort gebaut wird, wieviel Anlieferung für welches Geld kommt, vor allem auch: ob man einen privaten Betreiber der Biogasanlage braucht oder sie kommunal führt.
Wenn es bei dieser Schwachstelle bleiben sollte, gilt das Projekt als gescheitert. Es wird dann keinen Bürgerentscheid geben. Das ist die Haltung der Verbandsgemeinden Heiningen und Eschenbach. Wenn sich die Zahlen wenden lassen, soll es vor dem Votum der Bürger noch eine Bürgerversammlung geben.
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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 02.02.2012
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