Viel Lob für einen kritischen Gemeinderat
Heiningen. Im Heininger Gemeinderat hat er den Ruf des Kritikers. Jetzt wurde Walter Renz als Jubilar geehrt - für 30 Jahre kritische und intensive Arbeit.
Schätzungsweise 500 Sitzungen hat Walter Renz seit 1980 absolviert - und dabei oft gegen die Meinung der Gemeindeverwaltung gestimmt. Jetzt gab es Lob für Renz großes Arbeitspensum und seine kritische Rolle im Gemeinderat. Soviel Lob, dass Renz überrascht war. Das sei ihm nicht wichtig, sagt er, sein Amt versehe er im Auftrag der Bürger und wolle es richtig machen.
Bürgermeister Norbert Aufrecht würdigte den Langgedienten als äußerst aktiven Gemeinderat, der in einer ungeheuer großen Zahl von Sitzungen nahezu jeden Tagungsordnungspunkt intensiv durchgearbeitet habe. Er sei stets mit großer Stimmenzahl wiedergewählt worden und Chef einer Fraktion, die er herangezogen hat. Renz kam damals für die Liste der Landwirte in den Gemeinderat, er war noch Mitglied im Feld- und Waldausschuss und in der Farren-Kommission, die für den Kauf von Farren zuständig war.
Nicht nur das hat sich in 30 Jahren geändert. Früher scheiterte Renz mit dem Anliegen, drei Jahre Kindergartenbesuch für jedes Kind vorzuschreiben - auch am Widerstand der Verwaltung. Heute erlebt er, dass die Gemeinde Krippenplätze schafft. Einem sozialen Dienstleister habe man seinerzeit kostenlos ein Baugrundstück überlassen, erinnert er sich und fragt sich heute, ob das falsch war.
Lange beschäftigt haben ihn Flurbereinigung und Ortsumgehung, die Themen Ortskernsanierung und Baugebiet Breite III sind noch heute aktuell. Nicht nur dazu hat Renz Ordner angelegt. Auch Streitigkeiten mit dem früheren Bürgermeister Martin Weissbrodt hat er abgeheftet. Ja, sagt er, er sei kritisch, aber es gehe ihm um die Sache. Und wenn er einem Beschluss nicht widerspreche, dann sei der für ihn in Ordnung. "Nichts gesagt ist gelobt genug". Als Dienstältester im Rat ist er heute auch das Gedächtnis des Gemeinderats in Person.
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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 30.07.2010
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Nichts gesagt ist gelobt genug: Heininger Gemeinderat Walter Renz
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Kommentare (1)
Tue Recht und scheue Niemand
Ich bin in einem, heute, göppinger Stadtteil aufgewachsen und habe vor fast 40 Jahren nach Heiningen geheiratet, seither kenne ich die Familie Renz. Schon die Eltern standen mit beiden Beinen auf dem Boden und hatten nach alt schwäbischer Tugend ihr „Sach gschafft. „Tue Recht und scheue Niemand“. In diesem Geist ist Walter Renz aufgewachsen. Walter Renz lernte ich im Zug der Diskussion um die Heininger Ortsumfahrung kennen. Mit seinem wachen Geist, Engagement und seiner Courage das logisch richtige zu vertreten, auch gegenüber einer Übermacht von Opportunisten, ist vorbildlich und ein Seegen für Heiningen. Hätten wir mehr Leute dieses Formats in den Parlamenten und Entscheidungsgremien in unserem Land, gäbe se keine Politikverdrossenheit.