Tod und Feuer auf der A 8

Gruibingen.  Tödliches Unglück auf der Autobahn bei Gruibingen: Von einem Transporter erfasst wurde ein Lkw-Fahrer, der mit brennendem Motor auf den Standstreifen gefahren war. Die Umstände sind noch nicht geklärt.

Furchtbare Szenen spielten sich gestern gegen 8.45 Uhr auf der Fahrbahn Richtung Ulm etwa 500 Meter vor der Raststätte Gruibingen ab. Brenzlig war schon der Ausgangspunkt: Ein tschechischer Lkw Fahrer fuhr auf den Standstreifen, weil es vermutlich im Motorraum seines 7,5-Tonners brannte. Ein nachfolgender BMW-Fahrer aus dem Kreis Esslingen wollte helfen und fuhr ebenfalls auf den Standstreifen, 20 Meter vor dem brennenden Lkw. Der Tscheche kam auf ihn zu, erhoffte sich offenbar von ihm Hilfe. Dann geschah das Grausige: Beide Männer, so weiß es Polizeisprecher Rudi Bauer, "hörten noch ein Hupen, als der Lkw-Fahrer von einem vorbeifahrenden Kleintransporter erfasst wurde." Der Aufprall muss furchtbar gewesen sein: Der Mann wurde 50 Meter weiter in den Graben geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle. In Todesgefahr war auch der BMW-Fahrer, sagt Bauer. Auch ihn drohte der Transporter zu erfassen. Der 31-Jährige rettete sich geistesgegenwärtig in sein Auto, bevor der Transporter der Marke Sprinter die geöffnete Fahrertür erwischte.

Fuhr der Sprinter zu weit rechts? Standen die Männer in der Fahrbahn? Das muss nun ein Gutachter klären, sagt Bauer - und die Frage, wie schnell der Transporter war, wenn er einen Mann 50 Meter durch die Luft schleuderte. Für Bauer steht fest: "Der Sprinter-Fahrer hätte gar nicht so dicht heranfahren dürfen." Es sei eine Gefahrenstelle mit einem brennenden Fahrzeug gewesen, der BMW sei mit Warnblinklicht gestanden, da müsse er Abstand halten, "in der Regel durch Spurwechsel". Wenn er das nicht könne, müsse er so langsam fahren, dass er bremsen könne. "Jeder hat sich so zu verhalten, dass kein anderer gefährdet oder verletzt wird."

Der Sprinter-Fahrer, der erst etwa 30 Meter hinter dem BMW auf der rechten Fahrspur zum Stehen kam, erlitt einen Schock und musste in die Klinik gebracht werden. Die Polizei konnte den 47-Jährigen noch nicht befragen.

Um den brennenden Lkw zu löschen, rückten die Feuerwehren aus Gruibingen und Weilheim mit vier Fahrzeugen und 30 Mann an. Vergebens. Das Gespann, beladen mit Garagentorantrieben und Prospekten, brannte bis auf das Gerippe aus. Für eine weitere Komplikation sorgten die Minustemperaturen: Das Löschwasser gefror auf der Autobahn und musste abgestreut werden. Der Sachschaden insgesamt liegt bei 120 000 Euro.

An der Unfallstelle wurde die Autobahn bis auf die linke Fahrspur gesperrt, der Verkehr staute sich sechs Kilometer weit bis zur Anschlussstelle Aichelberg zurück. Bedenklich dabei: Mehrmals mussten Polizeibeamte, die die Fahrer zum zügigen Passieren anhielten, zur Seite gehen, "um nicht von Gaffern erfasst zu werden", berichtet Bauer. Die knipsten reihenweise mit Handys das Unglück und kamen so immer weiter nach rechts. Die Bergung dauerte bis 12 Uhr.

Der verunglückte Lkw-Fahrer - schon der dritte Verkehrstote dieses Jahr auf den Straßen im Kreis - stammte aus der Region Iglau. Der 43-Jährige war am Vortag im Raum Kirchheim gewesen. Ob er auf der Rückfahrt in seine Heimat war, ist nicht bekannt. Das tschechische Konsulat wurde verständigt.


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Autor: SWP | 22.02.2012

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