Tagung über sexuelle Gewalt an Schulen

Bad Boll.  An der Evangelischen Akademie in Bad Boll diskutieren Dr. Christine Bergmann und andere Experten mit Opfern sexueller Gewalt an Schulen.

Was können Schulen, Kirchen und Vereine tun, um sexuellen Missbrauch zu vermeiden? Über diese Frage diskutieren am 27. und 28. Juni Wissenschaftler, Lehrer und Opfer von Missbrauch in Bad Boll. Die ehemalige Bundesfamilienministerin Dr. Christine Bergmann, unabhängige Beauftragte der Bundesregierung zur Aufklärung sexuellen Kindesmissbrauchs, ist ebenso in Bad Boll wie der Filmemacher Christoph Röhl, dessen Dokumentation über Missbrauchsopfer in der Odenwaldschule Ende Mai in 3Sat ausgestrahlt wurde. Außerdem stellen sich Mitglieder des Opfer-Vereins "Glasbrechen" der Diskussion. Ziel der Tagung ist es nicht nur über, sondern mit Betroffenen zu reden, um tragfähige Modelle zur Prävention sexueller Gewalt in Institutionen zu entwickeln.

Professor Michael Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité in Berlin, stellt am 27. Juni aus medizinischer Sicht vor, nach welchen Mustern Täter handeln und wie sexuelle Verhaltensstörungen erkannt und therapiert werden können. Anschließend geht es um Modelle, um sexuellen Missbrauch in Schule und Sportverein zu verhindern. Ein Beispiel, wie Internate Missbrauch vorbeugen, liefert Dr. Barbara Hanusa, Leiterin der "Ecole dHumanité" aus der Schweiz.

Am Dienstag, 28. Juni, präsentiert Dirk Baier vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen Zahlen und andere Ergebnisse soziologischer Forschung zum Thema sexueller Missbrauch. Mitglieder des Vereins "Glasbrechen" berichten anschließend von ihren Erfahrungen und erläutern ihre Forderungen für verbesserte Prävention. In dem Verein haben sich ehemalige Schüler der Odenwaldschule zusammengeschlossen, darunter zahlreiche Missbrauchs-Opfer.

Nachmittags präsentiert Professor Jörg Fegert die Ergebnisse einer Studie, die im Auftrag der Bundesregierung sexuellen Missbrauch in Institutionen untersucht hat. Dr. Christine Bergmann stellt danach ihre Empfehlungen vor, um Missbrauch angemessen aufzuarbeiten. Grundlage ist der Ende Mai veröffentlichte Abschlussbericht Bergmanns. Sie war 2010 eingesetzt worden, nachdem zahlreiche Fälle sexuellen Missbrauchs in Schulen und anderen Institutionen bekannt geworden waren.


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Autor: SWP | 24.06.2011

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