Tagung gibt Impulse für die Integration

Bad Boll.  Wie Integration gelingt: Anregungen für eine Willkommenskultur hat eine Tagung an der Akademie Bad Boll erarbeitet.

Weitere Impulse für die Integration wurden auf einer Tagung an der Evangelischen Akademie Bad Boll diskutiert, an der sich das neue Integrationsministerium des Landes beteiligte. Ministerin Bilkay Öney wollte kommen, war dann aber verhindert. An ihrer Stelle hat Ministerialdirektor Manfred Stehle eine Standortbestimmung vorgenommen und die Agenda des Ministeriums vorgestellt. Er sieht die Integration auf gutem Weg. "Wir fangen nicht bei Null an." Entscheidend sei es, die Bildungschancen von Migranten zu verbessern, und das fange bei der Sprache an. Die sei auch ein Wirtschaftsfaktor. Bereits heute fehlten landesweit über 100 000 Facharbeiter und Ingenieure.

Stehle spürt einen Bewusstseinswandel und hält ihn auch für unabdingbar. "Wir müssen dahin kommen, Menschen mit Migrationshintergrund als etwas ganz Normales anzusehen." Herausfinden will das Ministerium, wie die "Mehrheitsgesellschaft" zu den 2,7 Millionen Migranten steht, die bei den unter 18-Jährigen bereits ein Drittel ausmachen. Dazu soll ein Forschungsauftrag erteilt werden - eine Pionierarbeit, betonte Stehle. Dann kenne man die Defizite und könne daran arbeiten. Weitere Initiativen sind ein "Runder Tisch Islam", die Förderung von interkultureller Kompetenz und ein höherer Migrantenanteil in den Behörden. Hinter allem steht das Credo: Integration fordere Anstrengungen von beiden Seiten.

Stehle nahm aber auch Anregungen der Tagung mit ins Ministerium. Viele Vorschläge für eine Willkommenskultur hat der Integrationsbeauftragte von Ravensburg Peter Ederer zusammengestellt. Sie reichen vom Alltag bis zu offiziellen Anlässen, von Besuchen oder Gasttagungen in Migrantenvereinen bis zum Integrationsbeirat, von Hinweisen in Broschüren bis zur Sozialplanung von Kommunen.


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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 29.10.2011

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