Streifzug durch die Teekultur
Bad Boll. Rund 50 Gäste konnte Tee-Sommelier Hartwig Zipplies zur Teezeit im Badhotel Stauferland in Bad Boll begrüßen. Er unternahm beim "Sommer der Ver-Führungen" einen Streifzug durch die Teekultur.
Tee ist nicht gleich Tee. Wer Tee nicht nur trinken, sondern genießen und etwas über ihn erfahren will, war bei diesem Seminar zum "Sommer der Ver-Führungen" heute genau richtig. Tee-Sommelier Hartwig Zipplies von der Firma "Tee Gschwendner" kennt sich mit allem was mit Tee zusammenhängt bestens aus und gibt sein Wissen gern an die Teegesellschaft weiter. Während er bei einer kleinen Teeschulung die Gäste über Sorten, Anbau, Ernte, Verarbeitung, Zubereitung und Wirkung informiert, werden sie mit besonderen Genüssen verwöhnt. In vier Gängen werden vom Badhotel die Teesorten Assam Mangalam, Green Manjalai, Marani und Honey Pie serviert - zusammen mit einem dazu passenden Kuchenstück. Für die meisten offenbart sich ein Aha-Erlebnis.
Am Vorführtisch brüht Zipplies darüber hinaus 20, der 300 verschiedenen Teesorten, die seine Firma im Programm hat, auf. Es kann nicht nur die Farbenvielfalt in den Gläsern bewundert werden. Auch wie die Teeblätter vor und nach dem Brühen aussehen ist zu sehen. Es darf geschnuppert und probiert werden.
Kräftig, würzig, malzig, leicht und fruchtig oder exotisch? Die Geschmäcker sind verschieden. Jeder kann herausfinden ob ihm Schwarztee, Grüntee, Weißtee oder Früchtetee ohne Teein am besten schmeckt. "Alle Teesorten können auch miteinander gemischt werden", erklärt Zipplies. "Erlaubt ist was gefällt. Jeder muss einen eigenen ,Teeweg finden." Für ihn ist der Darjeeling aus dem Himalaya der Champagner unter den Tees. Es gibt davon fünf, zu verschiedenen Jahreszeiten geerntete Sorten.
Der Sommelier verrät anhand eines Beispiels auch, was die seltsam anmutenden Bezeichnungen auf der Teeverpackung bedeuten. "Assam ist das Anbaugebiet, GFBOP die Blattgraduierung, Tinsuhia der Gartenname und second flash die Pflückperiode", klärt er auf.
Wassertemperatur, Ziehzeiten, Zubereitungsutensilien, die zum Tee passende Tassenfarbe, Mischungsrezepte, an den Tischen wird bereits eifrig "tee-losophiert".
Teekultur ist immer mehr im Trend, die Gemeinde der Teeliebhaber wächst unaufhaltsam. Schon heute zählt die Teekultur neben Wein und Kaffee zu den hohen Genusskünsten.
Auch Reinhard und Kristina Stettner aus Bartenbach schnuppern und verkosten mit Genuss. So viele Teesorten, wie heute kann man nicht alle Tage probieren. Die beiden Teeliebhaber haben sich deshalb extra frei genommen und freuen sich, dass sie von einem kompetenten Fachmann so viel über ihr Lieblingsgetränk erfahren.
Während Zipplies alle aufkommenden Fragen beantwortet mischt er für die Gäste noch ein besonderes Teeerlebnis. Es nennt sich "Iced Matcha" und ist vor allem an heißen Sommertagen ein Genuss. Japanisches Grünteepulver wird mit 60 Grad warmem Wasser aufgebrüht, mit Milch oder Vanilleeis verrührt und dann über ein Glas mit Eiswürfeln gegossen. Aus Tee lässt sich im Sommer also nicht nur kühler Eistee machen. Er eignet sich auch bestens als Grundlage für andere Sommerdrinks. Der Experimentierfreude des Einzelnen sind dabei keine Grenzen gesetzt.
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Autor: INGE CZEMMEL | 30.07.2010
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Die Teekultur ist eine Genusskunst: Das erfuhren die Teilnehmer gestern beim Seminar zum "Sommer der Ver-Führungen" im Badhotel Stauferland in Bad Boll. Sie könnten auch an den verschiedenen Teesorten schnuppern. Foto: Inge Czemmel
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