Pop trifft auf Klassik in Wiesensteig

Wiesensteig.  Zurücklehnen, träumen und genießen: Das war möglich beim Konzert von Franz Benton im Wiesensteiger Schloss. Seine Begleiterin Martina Liesenkötter erwies sich dabei als absolute Bereicherung.

Seine Lieder erzählen Geschichten, seine Stimme geht unter die Haut: Am Freitagabend begeisterte Franz Benton etwa 100 Besucher im Wiesensteiger Schloss. Der Pop-Sänger, seit fast 25 Jahren mit internationalen Stars wie Chris de Burgh, Eric Clapton oder Joe Cocker unterwegs, fesselte sein Publikum vom ersten Lied an. Er brachte es dazu, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und die Musik zu genießen.

Von Beginn an dominierte die Intensität und Ausdrucksstärke seiner Stimme, die Benton selbst auf dem Flügel oder mit der Gitarre gekonnt unterstrich. Erstmals konnte der 57-Jährige in Wiesensteig eine Begleiterin auf der Geige vorstellen: Martina Liesenkötter. Die klassische Violinistin stellte sich im Lauf des Abends bei verschiedenen Stücken als absolute Bereicherung für die Musik Bentons heraus.

Traf der grauhaarige Musiker mit der mal romantischen, mal dynamischen Art seiner Lieder schon den Nerv seiner Zuhörer, so intensivierte sich dieses Erlebnis jedes Mal, wenn sich Liesenkötter mit ihrer Geige dazugesellte. Das Duo entwickelte gemeinsam eine klangvolle Harmonie, die die Atmosphäre im Schloss regelrecht verzauberte. Unterstrichen wurde dieser Effekt noch durch die Beleuchtung, die in allen Violett-Tönen die Künstler in Szene setzte.

Franz Benton bewies sich im Lauf des Abends nicht nur als versierter Musiker, sondern daneben als fröhlicher Unterhalter. Er schien selbst Spaß am Singen seiner Lieder zu haben, zeigte offen seinen Stolz über die Entdeckung Liesenkötters und die Kombination ihrer beider Musikwelten. Der langjährige Künstler kokettierte mit seinem Alter, plauderte mit seinem Publikum und erklärte manche seiner englischen Textinhalte vorher auf Deutsch. Dabei zeigte sich, dass seine Lieder mehr sind als sanfte Liebeslieder. Der Komponist verarbeitet in seinen Songs auch traurige Erfahrungen, wie sich im Lied "Dust to Gold" deutlich zeigt.

Leidenschaft, Temperament, Rhythmus, Romantik, Zartheit - ein Wechselbad der Gefühle bescherte Franz Benton seinen Gästen, die sich begeistert darauf einließen. Ein Wechselbad, das gleichzeitig entspannte und erfrischte, vor allem mit dem prickelnden Badesalz der Geigenbegleitung. Stand die Stimme im Mittelpunkt des Konzertes, so faszinierte das Duo auch in den klassisch angehauchten Instrumentalstücken.

Pop traf in Wiesensteig auf Klassik und vermischte sich zu einem Erlebnis, das den stürmischen Beifall am Ende absolut verdient hatte.


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Autor: CLAUDIA BURST | 15.03.2010

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