Pläne für ein weltoffenes Land

Bad Boll.  In der Evangelischen Akademie Bad Boll stellt Integrationsministerin Bilkay Öney am Freitag ihre Pläne für ein weltoffenes Baden-Württemberg vor.

"Wie Integration gelingt" - so lautet der Titel einer Tagung in der Akademie Bad Boll, an der sich die neue Landesministerin für Integration, Bilkay Öney, beteiligt. Einerseits als Referentin, andererseits als Mitveranstalter. Denn ihr Ministerium steht ebenso wie das Diakonische Werk hinter der Tagung, die am Donnerstag beginnt und klären will, was zu erfolgreicher Integration gehört. Dazu werden Beispiele aus dem In- und Ausland vorgestellt, etwa Integrationsvereinbarungen oder Einbürgerungsveranstaltungen. Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren.

Für die Akademie Bad Boll ist Integration ein großes Thema der Zeit. "Integration ist in aller Munde", betont Studienleiter Dr. Manfred Budzinski. Sein Ansatz: Es werde allzu oft nur in eine Richtung gedacht - Migranten sollen sich integrieren. "Der Fokus sollte aber auf die gesamte Gesellschaft gerichtet werden, erst dann verändert sich unser Blick und bezieht alle mit ein", so Budzinski.

Ein weiterer Ausgangspunkt: Anerkennung und Partizipation seien notwendige Voraussetzung von Integration. Die Politik könne hier Grundlagen schaffen, die in den Kommunen umgesetzt werden müssten, damit sie bei den Menschen ankommen. Von der Landesverwaltung über die Kommunen bis hin zu den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege werde die interkulturelle Öffnung als Instrument für gelingende Integration propagiert und teilweise auch umgesetzt.

Mittlerweile ist das Feld reich bestellt, auf dem Integration gedeiht, stellt Budzinski fest: Migrantenselbstorganisationen, Gruppen und Vereine unterschiedlicher Zielrichtung agieren und geben ein buntes und vielfältiges Bild ab. Die Tagung wolle einen Ausschnitt dieser Vielfalt zeigen und reflektieren, wo und wie Integration gelingt; etwa durch eine Willkommenskultur der Städte und Länder, durch Migrationsberatung und verschiedene Formen von Kunst, Bildung und Kultur, die von unterschiedlichen Akteuren angeboten werden. Gerade in der Kunst und auch in einer gemeinsamen Erinnerungskultur bestünden gute Chancen, bisherige Grenzen aufzulösen.

Die Tagung will auch einen Blick über den Tellerrand werfen: Was heißt Willkommenskultur in Australien und wie wird diese praktisch umgesetzt? Und mit welcher Integrationspolitik will das hiesige Bundesland ein weltoffenes Baden-Württemberg gestalten?

In Arbeitsgruppen berichten Amtsträger aus Lahr, Ravensburg, dem Landkreis Schwäbisch Hall und dem Bundesland Rheinland-Pfalz über ihre Erfahrungen. Breiten Raum nimmt auch das Thema Integration und Kultur ein, zu dem Fachleute aus ganz Deutschland erwartet werden. Ministerin Öney spricht dann über Vielfalt als Chance - Integrationspolitik für ein weltoffenes Baden-Württemberg.


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Autor: SWP | 25.10.2011

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