Mohammed - ein Lügenprophet?

Bad Boll.  War Mohammed ein Lügen- prophet oder gar ein Betrüger? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Tagung an der Evangelischen Akademie Bad Boll.

In jüngster Zeit ist Mohammed, diese bedeutende Gestalt der Religions- und Kulturgeschichte, vor allem durch die in Dänemark publizierten Karikaturen und die heftigen Reaktionen in der arabischen Welt zu allgemeiner medialer Berühmtheit gelangt. Zu Mohammeds Person, Leben und Bedeutung gibt es gewichtige neue wissenschaftliche Publikationen.

Ausgehend von dem Buch des Theologen und Islamwissenschaftlers Professor Hartmut Bobzin "Mohammed", wird die Person und Wirkungsgeschichte in den Mittelpunkt einer Sommerakademie der Evangelischen Akademie Bad Boll gestellt. Die Tagung findet vom 5. bis 8. September statt, das Buch wird zur Vorbereitung empfohlen.

Wer den Islam und die Muslime und in Auseinandersetzung damit auch seinen eigenen Glauben besser verstehen will, muss sich mit der Geschichte Mohammeds befassen. Weitere Erkenntnisse sind durch die Mitwirkung der Lehrbeauftragten für islamische Religionspädagogik an der FH Ludwigsburg, Gökcen Tamer-Uzun, und ihren Beitrag "Was Mohammed einer Muslimin bedeutet" garantiert.

Über Mohammed sind in jüngster Zeit viele neue Biografien erschienen. Sein Leben und Wirken sind aber nach wie vor umstritten. In der christlichen Welt halten sich die jahrhundertealten Vorwürfe, er sei ein Lügenprophet oder gar Betrüger. In der europäischen Aufklärung wird er mal als Held, dann wieder als Konstruktion seiner Anhänger beschrieben. Radikale Kritiker bezweifeln sogar überhaupt seine Existenz.

Unter Muslimen gibt es keinen Zweifel an seiner überragenden Bedeutung. In allen Richtungen des Islam wird er hoch verehrt als der vollkommene Mensch, und das Beispiel seines Lebens wird als Richtschnur für gottgefälliges Leben verstanden.

In dieser Ferienakademie beschäftigen sich die Seminarteilnehmer mit der Frage, was wir historisch über Mohammed wissen können. Deshalb werden die Interessierten den Koran als historische Quelle kritisch befragen. Dazu wird die jüngst erschienene Übersetzung von Hartmut Bobzin, die Kritiker als die derzeit beste bezeichnet haben, herangezogen.

Über den Koran hinaus stützen sich viele Biografen auf die überaus zahlreichen Hadithe, die Aussprüche oder Ereignisse aus dem Leben des Propheten erzählen. Sie sind trotz ihrer immensen Bedeutung für die Auslegung von Koran und Scharia hierzulande weithin unbekannt. Wie sind sie historisch einzuschätzen?

Wer den Islam und die Muslime verstehen will, muss die Geschichte Mohammeds kennen. Welche Bedeutung hat er für die nichtmuslimische Menschheit? Kann es auf dieser Basis eine tiefere Verständigung von Christen und Muslimen geben? Welche Folgerungen kann man aus der Mohammed-Forschung für den christlich-islamischen Dialog ziehen?

Unter Anleitung von Hartmut Bobzin wollen sich die Teilnehmer der Tagung mit diesen Fragen beschäftigen.

Info www.ev-akademie-boll.de


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09.07.2010

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