Mit dem Kirschbaum aufs Podest

Bad Ditzenbach.  Ein toller Erfolg für Jannis Petermüller aus Bad Ditzenbach: Unter 930 jungen Naturforschern am Wettbewerb um die besten Naturtagebücher der BUND- Jugend Baden-Württemberg errang er den zweiten Platz.

Vor einigen Wochen hat der zwölfjährige Jannis Petermüller aus Bad Ditzenbach Post von der BUND-Jugend Baden-Württemberg erhalten. Das Maskottchen der BUND-Jugend, Manfred Mistkäfer, teilte ihm darin mit, dass er sich im landesweiten Wettbewerb um die besten Naturtagebücher 2009 unter den Siegern befinde. Was er bis zur Preisverleihung am vergangenen Samstag im Linde-Museum in Stuttgart allerdings nicht wusste, war seine Platzierung: Er ist Zweiter geworden.

Zum Nachwuchsbotaniker ist Jannis Petermüller, der in Deggingen die Werkrealschule besucht, durch seine Lehrerin Elisabeth Schweizer-Maier gekommen. Im Oktober 2008 erhielt er im Fach Mensch, Natur und Technik die Aufgabe, einen Baum über ein halbes Jahr lang zu beobachten. Jannis musste nicht lange suchen: Er wählte den Kirschbaum im heimischen Garten aus, "weil ich den vom Küchenfenster aus beobachten konnte und nicht jedes Mal raus musste."

Sherlock Holmes hätte es nicht besser machen können - wie ein echter Kriminalist ging der Schüler ans Werk, erstellte Rindenabdrücke seines Kirschbaums mit Tesafilm, betrachtete die Knospen mit der Lupe, fotografierte und schrieb auf, welche Tiere Stamm und Blätter bevölkern. Mit seiner Essprobe der reifen Früchte hatte er allerdings wenig Glück - die Vögel waren ihm zuvorgekommen und hatten alle Kirschen weggefressen.

Mit seinem Naturtagebuch, das Jannis mit dem Gedicht "Es war fast wie im Traum, zehn Kirschen hingen da am Baum" begann, bekam er bei seiner Lehrerin eine Eins. Elisabeth Schweizer-Maier empfahl ihm, die Arbeit bei der BUND-Jugend einzureichen. Gesagt, getan: Jannis informierte sich im Internet, laminierte jede Seite seines Naturtagebuches ein und schickte das Ganze nach Stuttgart.

Jannis, der mit seinen Eltern und der 14-jährigen Schwester Annika in Bad Ditzenbach wohnt, ist schon ein richtiges "Cleverle". Im vergangenen Jahr holte er sich den ersten Preis im Wettbewerb des Geislinger Albwerks mit einer von ihm gebastelten Steckdosengiraffe und durfte sich über 500 Euro freuen. Hierfür schaffte er zwei Landschildkröten "für die ganze Familie" an, sein Vater baute das Gehege dazu. Neben dem Interesse für die Natur ist der Zwölfjährige auch musisch begabt. Jannis lernt seit einiger Zeit in der Geislinger Musikschule das Spielen auf dem Didgeridoo, einem traditionelles Musikinstrument der nordaustralischen Aborigines.

Am Samstag war dann der große Tag. Mit den Eltern fuhr Jannis am Nachmittag zum Linden-Museum nach Stuttgart, wo er bei der Preisverleihung zum ersten Mal von seiner Platzierung erfuhr. Unter 930 Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren erreichte Jannis den zweiten Platz. Den Preis erhielt der Bad Ditzenbacher vom Vorstandsvorsitzenden der Heinz-Sielmann- Stiftung, Michael Spielmann, im Beisein der Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Jannis freute sich sehr über den Experimentierkasten, ein Naturtagebuch und eine Stirnlampe - nun kann er weiterforschen und am Bundeswettbewerb teilnehmen . . .


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Autor: BERNWARD KEHLE | 16.03.2010

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