Kandidatin sucht die Nähe zu den Bürgern

Schlat.  Sie weiß, wie Verwaltung funktioniert. Gudrun Flogaus ist Diplom-Verwaltungswirtin mit praktischer Erfahrung. Die 48-jährige will Bürgermeisterin in Schlat werden. Mit "Herz und Kompetenz", sagt sie.

Hattenhofen - Kehl - Stuttgart- Göppingen. Vier verschiedene Orte und Stationen, an denen Gudrun Flogaus in Sachen Verwaltung berufliche Erfahrung gesammelt hat. Nach dem Abitur begann die heute 48-Jährige eine Ausbildung im Rathaus in Hattenhofen, studierte Verwaltung in Kehl auf der Fachhochschule und war drei Jahre lang im Regionalbereich Mittlerer Neckar in Stuttgart zuständig für Personalangelegenheiten, Haushaltsfragen und das Kassenrecht betreffend. Jetzt kümmert sich die zweifache Mutter im Landratsamt Göppingen um "Eingliederungshilfen für behinderte Menschen". "Da muss man mit Menschen umgehen können", sagt sie, "auf sie eingehen und das Machbare machen". Solche Fähigkeiten brauche man auch als Bürgermeister.

Die Mutter zweier erwachsener Kinder und Ex-Ehefrau eines Schultes kandidiert in Schlat für den Posten, den Rathauschef Bernd Welser frei macht. Gudrun Flogaus weiß, was auf sie zukommt und wie Verwaltung funktioniert.

Sie kennt Schlat und viele Schlater. Nebenan in Holzheim ist sie aufgewachsen. Schlat sei ein Ort mit ausgeprägtem Vereinsleben, wo das Gemeinwohl im Vordergrund stünde und die Finanzlage noch vergleichsweise stabil sei. Das funktionierende Zusammenspiel zwischen Bürgern, Kirchen, Vereinen und Verwaltung sei mitentscheidend für ihre Bewerbung gewesen. "Eine reizvolle Aufgabe", erklärt sie. Der Bürgermeister habe dort einen soliden Haushalt geführt, wie sie es im Falle der Wahl auch tun würde.

Gudrun Flogaus hat ein realistisches Bild von ihrer Aufgabe als Bürgermeister im Kopf und sie hat ein Konzept. Will zuerst die Dinge in Angriff nehmen, die bereits angestoßen worden sind. Nordspange - Rathausplatz - Kinderbetreuung. Was dann käme, sei abhängig vom Bürgerwillen, der Notwendigkeit und der Machbarkeit, erläutert sie. Gudrun Flogaus nennt Beispiele: "behutsame städtebauliche Entwicklung" und "Tourismusförderung". Sie sei überzeugt, als Frau all diese Dinge genau so gut wie ein Mann - wenn nicht besser - bewältigen zu können.

Sie sucht den Kontakt und die Nähe zur Bevölkerung. Die Schlater Bürger hat sie bereits zu persönlichen Gesprächen in zwei Schlater Gasthäusern eingeladen. Die parteilose Frau betreibt ernsthaften, aktiven Wahlkampf. Und das mit einem Schuss Humor. Als Handball-Torfrau habe sie gelernt, Angriffe abwehren zu können, sagt sie und werde die Luft dünner, werde sie auch nicht gleich schwach. Die begeisterte Joggerin war vor anderthalb Jahren in Nepal auf Trekkingtour.


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Autor: HANS STEINHERR | 08.02.2010

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