Kahlschlag schlägt Wellen

Eschenbach.  Der Protest über den Kahlschlag an der Ortsdurchfahrt von Eschenbach schlägt Wellen: Auch Gemeinderäte sind empört.

Routine war der Kahlschlag offenbar nicht, den die Straßenmeisterei Geislingen Anfang letzter Woche an der Straße zwischen Eschenbach Nord und Süd vornahm. Anwohner Helmuth Keller hat so etwas in 30 Jahren nicht erlebt, und Bürgermeister Thomas Schubert kann das für die 16 Jahre, in denen er am Ort wohnt, bestätigen. Empört sind auch die Gemeinderätinnen Ute Seng und Jutta Weißenborn. Einfach entsetzlich sehe das aus, und die Anwohner hätten jetzt "schlechte Karten", weil sie den vollen Lärm und Abgase von der Straße abkriegten. Außerdem nehme das Abholzen Lebensraum für Vögel und Getier. Ein Eschenbacher aus der Teckstraße ist schockiert: "Ein brutaler Kahlschlag".

Ute Seng und Jutta Weißenborn legen den Finger noch in eine andere Wunde: Warum durfte die Straßenmeisterei am 1. und 2. März noch Kahlschlag betreiben? Da laufe doch schon die Schonzeit für Gehölz. Das bestätigt Landespfleger Thorsten Teichert vom Umweltamt des Kreises. Er tadelt die Kollegen von der Straßenmeisterei - "hier geht es ums Prinzip" - und findet auch das Ausmaß des Abholzens unverhältnismäßig. "Da hätte man in Etappen vorgehen können." Teicherts Wunsch: Die Straßenmeisterei solle solche Rückschnitte mit seiner Behörde absprechen. Dem kann Bürgermeister Schubert nur beipflichten.

Da gabs nichts zu besprechen, widerspricht der Leiter der Straßenmeisterei, Georg Lauwitz. Das Gehölz sei ein Risiko für die Verkehrssicherheit gewesen. Das mache man nicht in Etappen. Wenn das Umweltamt anderer Meinung sei, wolle er das gerne schriftlich haben. Dass der Kahlschlag in den März gefallen sei, sei in einem so strengen Winter nicht zu vermeiden. Sein Trupp brauche zwei Wochen Aufschub,was auch genehmigt werde.


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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 09.03.2010

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