Harte Zeit für Anwohner

Eschenbach.  Die Lotenbergstraße in Eschenbach wird von Mai bis September zur Baustelle. Der Kanal muss saniert werden, die Straße wird neu gestaltet. Auch Gasanschluss und Breitbandverkabelung soll kommen.

In einer dreistündigen Informationsveranstaltung informierte Bürgermeister Thomas Schubert rund 100 Anwohner und interessierte Bürger über die Sanierung der Lotenbergstraße. Die dörfliche Hauptstraße in Eschenbach-Süd bedarf der Generalsanierung, denn der Hauptkanal unter der Straße ist marode. Im Zuge der Bauarbeiten sind die Anwohner aufgefordert, auch ihre Hausanschlüsse überprüfen und sanieren zu lassen. Zusätzlich ist der Ausbau der Gasversorgung vorgesehen und die Straße wird mit Breitbandkabel versorgt. Bürgermeister Schubert und Bauingenieur Manfred Bauch stimmten die Anwohner auf eine harte Zeit ein.

Bauch stellte die Ausführungsplanung und den Baustellenablauf vor. Die Lotenbergstraße ist bisher auf 580 Meter ohne Wendemöglichkeit und wird trotz Geschwindigkeitsbegrenzung zu schnell befahren. Die Schäden der Fahrbahndecke sind erheblich, ein Vollausbau ist nötig. Zur Verkehrsberuhigung sollen Baum- und Grüninseln sowie eine teilweise Verengung der Fahrbahn beitragen, und am Ende der Straße ist eine Wendemöglichkeit vorgesehen. Zwei Pflasterflächen an der Einmündung Hasengasse und Wiesenweg sowie die Fahrbahnverengung sorgten für Unmut der Anwohner. Sie kritisierten, dass die Pflasterung für zusätzlichen Lärm sorgen wird und die Straßenverengung den landwirtschaftlichen Verkehr beeinträchtigt. Der Schultes versprach, die kritischen Punkte im Gemeinderat zu besprechen.

Bauingenieur Wolfgang Bartsch informierte über die Sanierung des Hauptkanals, der im Vorfeld mit einer Roboterkamera befahren wurde. Bartsch sah höchsten Handlungsbedarf, der Hauptkanal und die Hausanschlüsse seien marode. Nach der Innensanierung wird ein Schlauch aus Glasfaserkunststoff in das Altrohr eingestülpt und die Wände auf diese Weise abgedichtet, das Material habe eine Lebensdauer von 50 Jahren. Bartsch wies darauf hin, dass aufgrund der Kameraaufnahmen davon auszugehen sei, dass alle Hauskanäle ebenfalls sanierungsbedürftig sind.

Weitere Fachleute bieten die Überprüfung der Kanäle auf den Privatgrundstücken und deren Sanierung an. Als Richtwert für die Kosten wurden 2000 bis 4000 Euro pro Grundstück genannt. Bürgermeister Schubert stellte den Betroffenen in Aussicht, dass die Kanalbefahrung eventuell von der Gemeinde subventioniert werden könnte.

Die Energieversorgung Filstal (EVF) hat sich dazu entschlossen, die Lotenbergstraße mit Gas zu versorgen. Silvia Bertsch überbrachte die Nachricht, dass die Leitungen in der ganzen Straße verlegt werden, bis zum Anschluss der Gebäude, wenn sich die Anwohner dazu entschließen, künftig Gas als Energiequelle nutzen zu wollen.

Bisher sei Eschenbach-Süd eine "Diaspora", was die Breitbandversorgung anbelangt, sagte Bürgermeister Schubert und freute sich, dass dieser Missstand zumindest in der Lotenbergstraße behoben werden kann. Thilo Kübler von der Breitbandberatung Baden-Württemberg erläuterte seinen Lösungsvorschlag: Ein Breitbandkabel wird unter der Straße verlegt. Jeder Grundstückseigentümer habe Gelegenheit, sich einen Hausanschluss legen zu lassen.

Die Arbeiten werden in vier Bauabschnitten durchgeführt und werden von Mai bis Ende September zu erheblichen Einschränkungen der Anwohner führen. Der Verkehr wird weiträumig von der Voralbhalle in Heiningen über Feldwege in die Hasengasse umgeleitet.


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Autor: SYLVIA NICKUS | 10.02.2012

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