Großes Basarteam mit "kleinem Kaufhaus"
Aichelberg. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, verwandelt sich das Aichelberger Bürgerhaus in ein "Kaufhaus". Dahinter steht ein ehrenamtliches Basarteam, bei dem jeder Handgriff sitzt.
Bereits um 18.30 Uhr drängeln die Ersten in Richtung Eingang, geben ihre Handtaschen ab und nehmen dafür große Einkaufstüten in Empfang. Es gilt: Schwangere zuerst, danach dürfen Omas und Opas und die vielen Mütter rein, um ein Schnäppchen zu machen. Zweimal im Jahr präsentiert sich das Aichelberger Bürgerhaus wie ein kleines "Kaufhaus" mit Spielwaren-, Kleider- und Spielzeugabteilung. Anhand der ausgegebenen Taschen können die Frauen vom ehrenamtlichen Aichelberger Basarteam abschätzen, wie viele Besucher da waren. "Mehr als 100 Tüten haben wir ausgehändigt und die waren Ruck Zuck weg", erzählt Mona Kazmaier. Die zweifache Mutter ist die Hauptverantwortliche für den Second-Hand-Basar. In ihrem früheren Beruf als Mitarbeiterin einer Stanzerei hatte sie viel mit Planung zu tun. Ihr zur Seite steht auch Heike Wallisch. Sie ist vom Fach und arbeitete früher in einem Weilheimer Modehaus. Auch bei den übrigen 20 Frauen des Basarteams sitzen die Handgriffe. Sie kümmern sich ehrenamtlich um Warenannahme, Bestandskontrolle, Präsentation, Verkaufsabwicklung.
Was vor acht Jahren mit einem reinen Tisch-Verkauf begann, ist inzwischen ein ausgeklügeltes System. "Jeder gibt ab, wir sortieren und verkaufen", erklärt Kazmaier. Das Nummern- und Etikettiersystem hat sich inzwischen längst etabliert und hilft, den Überblick zu behalten. Rücksortiert wird nach Farbe. "Das geht wesentlich schneller", sagen die Frauen. Bevor die Tische und Garderobenständer platziert werden, entsteht ein Lageplan. "So können wir die Räume optimal nutzen", sagt Wallisch.
Auch wenn es um die Basar-Verkäuferinnen herum nur so wuselt, behält jede die Ruhe. Es wird nicht nur verkauft, sondern auch beraten. Da die Zeiten schon besser waren und Kinderkleidung nicht billiger wird, kommen Eltern gerne hierher, aus dem Ort, dem Filstal oder dem Nachbarlandkreis Esslingen. "Es ist schon ein bisschen ein Geheimtipp", sagen die Frauen stolz. "Qualität ist sehr wichtig", betont Wallisch. In den Verkauf komme nur einwandfreie und gewaschene Kleidung. So stöbern die Kunden durch Klamotten in allen Größen von 50 bis 176. Das Angebot reicht von Stramplern, Bodys, T-Shirts und Hosen über Schuhe und Stiefel bis hin zu Mützen und Schlafanzügen. Aber auch Fußballschuhe, Autositze, Kinderwagen, Spielsachen wechseln den Besitzer. Von jedem verkauften Artikel fließen 20 Prozent an das Basarteam, das den Erlös für soziale Zwecke am Ort spendet. Diese Jahr dürfen sich die Rockn Roll-Gruppe und der Kinder- und Jugendchor freuen. "Wir wollen ein Musical der Kinder und Jugendlichen im Mai unterstützen", sagt Kazmaier. Ob Kinderspielplatz, Kindergarten, Krabbelgruppe: Von dem Second-Hand-Basar profitierten viele. Die Idee entstand vor etwa neun Jahren aus einer Elterninitiative heraus, bei der es um die Renovierung des Kindergartens ging.
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Autor: BORIS-MARC MÜNCH | 19.03.2010
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