Gegen Wildwuchs an Windrädern

Deggingen.  Die Gemeinden Bad Ditzenbach und Deggingen überlegen gemeinsam, welche Flächen für Windkraftanlagen auf ihren Gemarkungen infrage kommen.

Durch die bevorstehende Änderung des Landesplanungsgesetzes dürfen die Regionalverbände in Baden-Württemberg keine Ausschlussgebiete für Windkraftnutzung mehr festlegen. Um einem drohenden Wildwuchs an Windrädern zu begegnen, können nun aber die Gemeinden zusätzliche Gebiete in ihren Flächennutzungsplan aufnehmen (oder auch nicht) und so verhindern, dass außerhalb dieser Flächen Windkraftanlagen aufgestellt werden.

Die in Deggingen und Bad Ditzenbach infrage kommenden Flächen hat die Firma Wind-Energien aus Kirchheim bereits ausgemacht. Drei Vertreter der Firma erläuterten am Dienstagabend im Degginger Bürgerzentrum dem Ausschuss der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft (VVG) der beiden Kommunen jetzt Details, die für die Aufstellung, Finanzierung und den Betrieb von Windkraftanlagen geeignet sind. Dazu zählen Bereiche am "Degginger Berg" auf der Hochfläche bei Auendorf und auf der "Langen Fäule" bei Gosbach. An beiden Standorten blase der Wind mit ausreichender Stärke, wie die Windkraftexperten berichteten. Sie stellten auch den Kontakt zu einschlägigen Investoren mit Finanzierungskonzepten her.

Neu an dem Konzept der Landesregierung ist unter anderem, dass zwar Naturschutzgebiete als Windkraftgebiete absolut tabu sind. Andererseits können nun auch Vogelschutzgebiete nach eingehender Einzelfallbewertung herangezogen werden. Auch Waldgebiete sind nicht mehr ausgenommen. Sollte die Aufstellung im Forst erfolgen, so Jochen Kreidenweiss, Geschäftsführer der Kirchheimer Firma, müssten für den jeweiligen Aufstellungsort 1200 Quadratmeter Baumbestand gerodet und für den Transport schwerlasttaugliche Wege angelegt werden.

Bei diesem Punkt waren zwei Ausschussmitglieder besorgt, wie sich der Eingriff und vor allem der Betrieb der Anlage unter anderem auf das Verhalten des Wildes auswirken. Deggingens Bürgermeister Karl Weber, der die Ausschusssitzung leitete, plädierte dafür, jetzt noch keine Entscheidung zu treffen, sondern sich zuvor bei Ortsbesichtigungen ein Bild von der Lage zu machen.

Und Bad Ditzenbachs Bürgermeister Gerhard Ueding ergänzte, dass man sich für diese neue Rechtsmaterie "schnell auf den Weg machen müsste". Nur so könne man nach ernsthafter Prüfung und Vorgehensweise die "Wertschöpfung" für die Gemeinden behalten. Ueding schlug vor, den Stadtplaner Manfred Mezger vom Bad Boller Ingenieurbüro "mquadrat" nun rasch in die folgenden Verhandlungen mit einzubeziehen.


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Autor: JÜRGEN WAHR | 02.02.2012

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