Gefährdungspotenzial am Ort erkunden
Bad Boll. Die Bad Boller Feuerwehr will das Gefährdungs-Potenzial am Ort systematisch erfassen. Das gehört auch zum FeuerwehrBedarfsplan.
Die Feuerwehr Bad Boll ist zuständig für eine Landgemeinde, die auch eine ganze Menge große Gebäude und Institutionen aufweist: das Kurhaus, das Institut Eckwälden, das Hörauf-Stift, das Hotel Seminaris und die Wala - wobei letztere auch eine Werksfeuerwehr hat. Und wenn es mal brennt, kann der Teufel im Detail stecken. Darauf machte Feuerwehrkommandant Lars Ziegler bei seinem jährlichen Bericht im Gemeinderat aufmerksam. Er erinnerte an den Vorfall vor Jahren am neuen Badhaus - just am Vorabend der Einweihung. Da quoll Rauch aus dem Eingangsbereich des neuen Thermalbads. Aber die Ursache, ein alter Kompressor, saß 150 Meter davon entfernt, mitten im Altbau, berichtete Ziegler. Das musste die Feuerwehr erst herausfinden.
Für dieses Jahr hat sie sich vorgenommen, ihre "Objektkenntnis" der großen Gebäude am Ort zu verbessern. "Das ist ziemlich Arbeit", sagt Ziegler. Das geschehe auch im Zusammenhang mit dem Feuerwehrbedarfsplan, der eine Gefährdungs-Beurteilung verlange.
Die großen Gebäude machen der Feuerwehr auch Arbeit. Mehrfach musste die Feuerwehr zum neuen Südflügel der Evangelischen Akademie Bad Boll ausrücken, weil die Brandmelder irrtümlicherweise anschlugen. Sie reagierten auf Wasserdampf, der von den Duschen direkt in die Brandmelder strömte, berichtete Ziegler. Einmal ist die Feuerwehr zweimal in Folge genarrt worden, morgens zwischen 8.30 und 9 Uhr.
Braucht Bad Boll eine Drehleiter? Auch dieses Thema blitzte im Gemeinderat auf. Bürgermeister Hans-Rudi Bührle will das nicht hoch hängen. Mittelfristig müsse man sich Gedanken machen, ob das ein Thema sei. Akuten Bedarf sieht er nicht: "Wir sind mit einer Drehleiter durch Göppingen versorgt." Sorgen macht der Feuerwehr hingegen, dass ihre Rettungsscheren für das Aufschneiden von Autos nach Verkehrsunfällen fast zu schwach sind.
Aufwärts geht es wieder mit der Mannschaftsstärke: Derzeit sind es 39 Aktive, über 40 ist das Ziel. Ein Problem allerdings sei es, die Leute am Ort zu halten, klagt der Kommandant. Junge Feuerwehrleute, die von zu Hause ausziehen, fänden nicht unbedingt eine Wohnung in Bad Boll.
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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 17.06.2011
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