Erste Häuser stehen im Rohbau
Wiesensteig. Gerhard Landthaler baut in Ecuador eine Siedlung für arme Familien auf. Nun will der Wiesensteiger Zahnarzt "noch einen Zahn zulegen".
Der Wiesensteiger Zahnarzt Dr. Gerhard Landthaler und seine italienische Lebensgefährtin Giovanna Pisi engagieren sich seit Jahren für die kleine Gemeinde El Laurel in Ecuador. Sie haben die Menschen dort umsonst behandelt, bauten mit Hilfe des eigens gegründeten Vereins "Ein Dach über dem Kopf" Schulen und schenkten dem Ort sogar ein restauriertes Feuerwehrauto.
Und auch ihr neuestes Projekt kommt voran: Landthaler und Pisi bauen eine Siedlung für 25 junge Familien - die ersten vier Häuser stehen im Rohbau, wie Landthaler jüngst bei seinem Besuch in dem südamerikanischen Land mitbekommen hat. "Ich war überrascht, wie präzise dort geschafft wird", sagt der Zahnarzt. Arbeiten gehört zur Grundidee der Siedlung, für die eigens ein hochwassergeschütztes Bauland (5000 Quadratmeter) gekauft und eine Genossenschaft gegründet wurde. Die Häuser werden nämlich von den jungen Familien selber erstellt, wobei beim Rohbau erfahrene Maurer zu Werke gehen und die späteren Bewohner die Hilfsdienste verrichten. Durch diese Eigenleistungen können sich auch ärmere Familien ein Heim leisten. Sie müssen nach ihrem Einzug lediglich 5000 Dollar innerhalb von zehn Jahren abbezahlen: Und das Haus gehört ihnen.
Derzeit werden in der Siedlung die Baugruben für die nächsten Häuser ausgehoben. Die ersten Familien sollen im Herbst einziehen, dann ist auch die dazugehörige Kläranlage fertig - die Wasseraufbereitung ist in diesem Landstrich völlig unbekannt, weiß Landthaler. Das dreistufige Klärwerk wird hauptsächlich von den Geislinger Rotariern gesponsert.
Hilfe bekommen der Zahnarzt und seine Lebensgefährtin von vielen Seiten. So hat die GZ-Weihnachtsaktion das Projekt unterstützt, Patienten spenden in der Wiesensteiger Praxis ihr altes Zahngold für den guten Zweck und selbst Vereine engagieren sich. Jüngstes Beispiel ist der VfB-Fanclub, der in Wiesensteig ein Benefizbinokel für Landthaler veranstaltet hat.
Spenden sind Gerhard Landthaler und Giovanna Pisi, die selbst schon viel eigenes Geld in das Projekt gesteckt haben, sehr willkommen. Schließlich muss nicht nur das Material für den Häuserbau gekauft werden, sondern auch alle Maschinen wie Betonmischer und Schubkarren - "nicht mal eine Schaufel hatten die Menschen." Solche Schätze wecken natürlich Begehrlichkeiten: Doch seit der Baustahl eines Nachts deutlich abnahm, wird die Bauhütte bewacht: Jede Nacht schläft nun einer der Genossenschaftler darin.
Info
Der eingetragene Hilfsverein "Ein Dach über dem Kopf" unterstützt die Menschen in Ecuador, damit sie in ihrem Heimatland eine Perspektive finden. Spendenkonto: 25 000 00, Volksbank Deggingen BLZ: 610 912 00.
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Autor: RALF HEISELE | 19.03.2010
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Gerhard Landthaler (4. von links) freut sich mit den Helfern über den Baufortschritt in der Siedlung.
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