Endspurt in Schulturnhalle

Bad Boll.  Auf eine runderneuerte Schulturnhalle können sich die Bad Boller freuen: Hell, proper und technisch aufgerüstet präsentiert sie sich nach fünf Monaten Umbauzeit. Die Sanierung liegt in den letzten Zügen.

Noch ist die Schulturnhalle von Bad Boll eine Baustelle. Paletten von Holzlatten warten darauf, an Prallwänden verbaut zu werden. Aber das ist der letzte bedeutende Baustein für die runderneuerte Halle. Ansonsten sind nur noch Restarbeiten zu erledigen: Maler, Bodenleger, Trockenbauer, Elektriker, Gipser müssen nochmal rein. Architekt Jochen Aupperle blickt zufrieden in die Halle. "Nächste Woche wird hier schon geputzt."

Bauamtsleiter Andreas Milde kann nur schwärmen vom neuen Glanz der Turnhalle. "Man erkennt sie nicht wieder", sagt er, "das ist ein erheblich höheres Niveau." Dahinter steht freilich eine Rosskur für knapp zwei Millionen Euro. Architekt Aupperle hat die Halle bis auf den Rohbau ausgebeint und dann neu verkleidet. Mit einer großen Fensterfront nach Norden, die den Blick auf den Sportplatz des TSV Bad Boll freigibt. Vorher war sie nicht durchsichtig. Über die Gliederung der Fenster hat sich der Gemeinderat den Kopf zerbrochen, dann aber eine einfache Lösung gewählt: Pro Fensterfeld zwei große Glasscheiben. Das Glas ist robust und vor allem wärmedämmend. Mehr Licht kommt auch von den Sheddächern in die Halle, sagt Aupperle. Deren stumpfes Glas ist ebenfalls durch Klarglas ersetzt. Den Raumeindruck prägen auch Prallwände aus hellem Holz. Was man nicht sieht: die Halle hat eine neue Lüftung.

Generalsaniert ist auch der Umkleidetrakt. Die Betonhülle im Untergeschoss wurde vielfach aufgesägt, Leitungen und Kabel neu verlegt, die Abwasserleitung zum Kanal neu gezogen, die früher rohen Betonwände der Umkleideräume sind verputzt, für Lehrer neue Umkleideräume geschaffen. Bisher diente der Regieraum als Behelf. Einen Stock höher, auf Ebene der Galerie, sind noch zusätzliche Umkleideräume entstanden.

Völlig neu präsentiert sich der Eingang vom Schulhof: Der Windfang ist zu einem Vorbau ausgebaut worden, hier sitzt auch der neue Aufzug. Damit können Gehbehinderte, ob Schüler, Sportler oder Zuschauer, alle Ebenen barrierefrei erreichen. Der Eingang von der Nordseite ins Untergeschoss ist jetzt als zweiter Rettungsweg ausgebaut worden. Systematisch wurden Fluchtwege im Gebäude angelegt. "Auch Brandschutz gehörte zur Sanierung", betont Aupperle.

Neu ist auch ein Anbau an der Westseite, der recht unauffällig angedockt wurde. Er sitzt tief im Gelände. Von der Halle aus ist er nur an einer ziemlich breiten Tür zu erkennen, die in die Rückwand hineingebrochen wurde. Im Anbau ist viel Platz für den angewachsenen Bestand an Sportgeräten, der zuletzt recht wild im Gebäude gelagert wurde.

In neuem Glanz strahlt die Schulturnhalle auch außen: An der Südseite, die zum Bad Boller Jugendhaus und zur Kinderkrippe Zwergenstüble führt, leuchtet ein kräftiger Farbton aus Ocker-Orange. Die Nordseite mit den großen Fenstern ist dagegen in einem dezenten Türkis gehalten.


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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 04.09.2010

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