Bis ins Artistische gesteigert

Bad Boll.  Im Preisträgerkonzert "Jugend musiziert" gaben sich im Kurhaus Bad Boll die Besten aus der Region ein Stelldichein - darunter vielleicht das eine oder andere Talent, das eine Musik-Karriere einschlagen wird.

Zur Eröffnung des Preisträgerkonzertes in Bad Boll spielten Dana und Juliane Hagmann (Tuba und Klavier) "A touch of tuba" von Art Dedrick: Mit weichem Klang füllte das Großinstrument das Tonnengewölbe des Saales, umsichtig begleitet vom Klavier. Albrecht Ebert (Violoncello) hatte sich anschließend zum Schumann-Jahr das Fantasiestück Nr. 2 A-Dur vorgenommen; wie selbstverständlich fühlte er sich in das gesangliche Stück ein. Gut abgestimmt dazu begleitete Ulrike Gottlebe-Ebert am Klavier, die ihm genügend Gestaltungsraum ließ.

Kraftvolle Klanggestaltung kennzeichnete dann den ersten Satz der Sonate für Flöte und Klavier (Heike Müller, Flöte, und Duc Thanh Tran, Klavier) von Bohuslav Martinu. In dem Stück eroberte sich die Flötistin den ebenbürtigen Part zu ihrem Duopartner. "Con brio" nahm danach das Duo Lucienne Schlürmann (Violoncello) und Duy Le (Klavier) wörtlich im ersten Satz der Sonate F-Dur opus 6 von Richard Strauß. Souverän gingen sie klanglich bis an die Grenzen, wobei das Klavier immer wieder davonstürmte. Bis ins Artistische steigerte vor der Pause Benedikt Gunkel sein Violinspiel in der Carmen-Fantasie opus 25 von Pablo de Sarasate. Verblüffend souverän meisterte er technische Höchstschwierigkeiten und kultivierte dabei seinen intensiven Klang. Bravorufe begleiteten ihn in die Pause.

Ein musikalische Drama erlebten die Zuhörer zum Auftakt im vierten Satz der Sonate opus 167 ("Undine") von Carl Reinicke, in dem sich Nikola Sommer (Flöte) gegen einen wie entfesselt spielenden Ludwig Ebert (Klavier) behauptete. Im zarten Ausklang des Werks deuteten die beiden an, dass sie zu differenzierter Gestaltung in der Lage sind.

Daran knüpften Anne Siebrasse (Saxofon) und Florian Lipphardt (Klavier) an. In der Sonate opus 19 von Paul Creston gelang ihnen eine sehr überzeugende Interpretation. Die drei kontrastierenden Sätze waren bis ins Detail ausgefeilt, das Duo harmonierte.

Das abschließende Glanzlicht wurde der erste und vierte Satz aus dem Horntrio Es-Dur opus 40 von Johannes Brahms. Dank des Klavierbegleiters (Maik Guo) gelang hier die beste Abstimmung der jungen Künstler an diesem Abend. Der schlanke Hornklang (Sebastian Gunkel, Horn) trat dem intensiven Vibratoklang der Geige gegenüber (Benedikt Gunkel). Das herzhafte Schmettern im Finale bewies einmal mehr an diesem Abend: Im Raum Göppingen wird Musikunterricht auf einem ausgezeichneten Niveau erteilt von Lehrern, die Talente entdecken und fördern können.


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Autor: ULRICH KERNEN | 10.03.2010

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