Besuchermagnet im Doppelpack

Bad Überkingen.  1700 Besucher hatten ihre helle Freude am verbalen Schlagabtausch zwischen "Hannes und dem Bürgermeister". Das Duo sowie die "Stumpfes" füllten gleich zweimal die Bad Überkinger Autalhalle.

Seit fast 27 Jahren kabbeln sich "Hannes und der Bürgermeister" - in der Komede-Scheuer Mäulesmühle, im Fernsehen oder auf Tournee. Trotzdem hat der verbale Schlagabtausch zwischen dem cholerischen Bürgermeister und seinem Amtsboten Hannes nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Das bewies die Doppelveranstaltung am Montag und Dienstag in Bad Überkingen. Beides Mal war die Autalhalle mit jeweils etwa 850 Zuschauern ausverkauft. Das bewies das Publikum, das den Abend über aus dem Lachen kaum herauskam. Das noch auf dem Weg zum Auto Sprüche und Pointen wiederholte, mit denen das Rathaus-Duo zweieinhalb Stunden lang amüsiert hatte.

Albin Braig, der Hannes, erntete die ersten Lachsalven allein schon durch sein Auftauchen - das gleichzeitig devote und selbstbewusste Grinsen, die ständig wechselnde Mimik, seine Bauernschläue. Damit brachte er seinen Vorgesetzten, dargestellt von Karlheinz Hartmann, zur Weißglut, zur Verzweiflung - und zum Lachen. Letzteres eher ungewollt.

Die Charakterrollen sind den beiden Sketch-Profis so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man sie sich anders kaum mehr vorstellen kann. Dennoch können die Witze in den Dialogen ("ein gutes Tröpfchen, der Chateau tuetue la bue") doch sogar bei Braig und Hartmann noch solche Lachflashs auslösen, dass es ihrer ganzen Professionalität bedarf, um wieder ernsthaft wütend zu werden.

Das Auditorium schaffte das nicht. Die Angriffe auf die Lachmuskulatur kamen Schlag auf Schlag. Es war einfach zu köstlich, den gestelzten Ausführungen in bemüht hochdeutschem Schwäbisch der Protagonisten in ihren etwa viertelstündigen Sketchen zu lauschen.

"s Leba isch so kompliziert", jammert Hannes. Über verblüffende Wendungen und unerwartete Kurven führte er durch die Verwandtschaftslabyrinthe der Frau Müllerschön-Bitteschön. Genauso wie durch unterirdische Gänge im Rathaus, die direkt in den Vorratskeller des Pfarrhauses führen. . . Hannes Talent, die Wutanfälle seines Vorgesetzten zu beruhigen, liegt in Aussagen wie "Sie sind das Loch, das dem Käse erst den Halt gibt." Dazu kommen Weisheiten wie "Die Eskimos haben keine Dudelsäcke, weil in denen ihren Breitengraden die Pfeifen eingefrieren täten."

So geht es den ganzen Abend. Selbst zwischen den einzelnen Auftritten "muss" gelacht werden, denn die Pausen werden von "Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle" mehr als nur gefüllt. Die Blödel-Barden schaffen es mit Können und Comedy, die Stimmung am Kochen zu halten, bis der Bürgermeister wieder aus seinem Büro brüllt: "Dr Hannes soll reikomma!"


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Autor: CLAUDIA BURST | 08.02.2012

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