Ansichten über Gelbgrün

Hattenhofen.  Zu grell und auffällig oder ein gelungener Farbtupfer? Am neuen gelbgrünen Anstrich für die Hattenhofer Sillerhalle scheiden sich die Geister. Dabei hatte die Gemeinde eigens einen Farbexperten geholt.

Den Geschmack der Hattenhofer hat der Industriedesigner Professor Christoph Häberle nur bedingt getroffen, als er dem Gemeinderat unter anderem einen gelbgrünen (oder grüngelben?) Anstrich für die Sillerhalle vorschlug. Die Farbe, letztlich ausgewählt vom Gemeinderat, hat die Gemeinde geteilt: hie Beifall, dort Ablehnung. Daran hat sich auch nach vier Monaten nichts geändert.

Oder doch? Gottlob Felder hat inzwischen seine Meinung geändert. "Am Anfang hab ich die Farbe giftig gefunden", sagt der 87-Jährige, "sie hat mir in den Augen weh getan. Aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt und finde sie nicht mehr schlimm." Er verteidigt sie jetzt sogar: Warum nicht mal eine kräftige ungewöhnliche Farbe?, fragt er und zeigt auf ein Haus in abgetöntem Weiß, das in der Umgebung steht. "Das ist doch stumpf."

"Daran gewöhnt" hat sich auch Helga Höher. Allerdings hat sich an ihrer Meinung nichts geändert: "Mir persönlich gefällt es nicht." Auch Günter Hagmann, ein Namensvetter des Hausmeisters, zeigt mit dem Daumen nach unten. "Es ist mir zu auffallend." "Richtig grell", schimpft eine ältere Hattenhoferin und fragt sich, was sich die Experten dabei gedacht haben. "Das hätten wir auch hingebracht", lautet ihr herbes Urteil.

Helga Schott sieht es anders. Das ist ein Glück für sie, denn sie wohnt im Seniorenheim und hat von ihrem Fenster aus die Sillerhalle immer vor Augen. "Es ist gewöhnungsbedürftig, aber gelungen", sagt sie. "Es fällt ein bisschen auf, das ist besser als das Grau vorher."

Zwei "reigeschmeckte" Hattenhoferinnen pflichten ihr bei. Beiden gefällt die Farbe, und eine lacht: "Deswegen gibts bei uns zu Hause Streit." Nur ein Detail findet sie nicht gelungen: den roten Schriftzug "Sillerhalle" auf gelbgrünem Anstrich. Das beiße sich, meint sie. Ein Anwohner der Hauptstraße, Günter van der Meulen, ist von der Farbe hellauf begeistert: "Klasse", lobt er.

Der Hausmeister der Sillerhalle, Günther Hagmann, sieht die Farbe als Verbesserung. "Damit kommt die Sillerhalle ganz gut raus, nicht mehr grau und trüb, das gibt jetzt Orientierung. Nach einer Weile haben sich die Leute daran gewöhnt."

Bürgermeister Jochen Reutter kann das nur bekräftigen: Dass es gelungen sei, die Sillerhalle durch die Farbwahl von ihrer Umgebung abzuheben. Das sei das eigentliche Ziel gewesen und unstrittig erreicht worden. Ansonsten sei die Farbe Geschmackssache. Aber die Akzeptanz in der Bevölkerung sei da.

Auch bei Auswärtigen sind die Meinungen geteilt. "Ich finde es zu grell", kritisiert eine Schlierbacherin, die öfters nach Hattenhofen kommt. "Mir gefällts", sagt eine Aichelbergerin, die zur Gymnastik in die Sillerhalle geht. "Das ist okay", urteilt ein Gosbacher.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 09.02.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr