Wie schwarz darf Schwarz sein?

Uhingen.  Viel Lärm um nichts - was bei Shakespeare Komödie ist, ist im Uhinger Gemeinderat eine intensive Diskussion um die Gestaltung von Grabsteinen. Am Ende stellte sich dann aber heraus: Es bleibt alles beim Alten.

Aus Glas, tiefschwarz oder grellweiß oder unbearbeitet bruchrau - so sollen Grabsteine im Allgemeinen in Uhingen nicht gestaltet sein. So jedenfalls hat der Gemeinderat entschieden, nachdem sich die Räte in ihrer jüngsten Sitzung zunächst eingehend mit dem Paragrafen 15 der neu gefassten Friedhofsordnung befasst hatten. Dieser regelt nämlich eben das Aussehen der Grabsteine auf den Uhinger Friedhöfen, für die besondere Gestaltungsvorschriften gelten. Diese sind sehr detailliert, sie schreiben nicht nur die Bearbeitung des Grabmals vor, seine Höhe und Größe, sondern eben auch Farbe und Materialien.

Vielen Gemeinderäten gehen diese Regelungen zu weit. "Es wird zu viel ausgegrenzt", stellte Wolfgang Fauth (FDP) fest. Dass Jörg Zimmermann für das Material Glas plädierte, mit dem er als Künstler arbeitet, konnte nicht überraschen. Die Diskussion darüber, wie schwarz Schwarz sein kann, ob es in der Natur grellweißen Stein gibt oder ein Grabmal aus Glas zu gefährlich ist, wurde dann aber zwischen der Verwaltungsbank und den Kommunalpolitikern so ausgiebig geführt, dass darüber fast in Vergessenheit geriet, weshalb Karin Strobel von der Stadtkämmerei überhaupt eine umfangreiche Sitzungsvorlage erarbeitet hatte.

An eine Gestaltungsdebatte hatte Strobel dabei wohl ebenso wenig gedacht wie Bürgermeister Matthias Wittlinger. Vielmehr ging es in erster Linie um die neue Kalkulation der Bestattungsgebühren. Diese waren zum letzten Mal 2003 neu berechnet worden und werden jetzt neu kalkuliert. Dann wird auch der Bestattungsdienst, den es in Uhingen bislang kostenlos gab, gebührenpflichtig werden.

Die städtische Mitarbeiterin hatte zudem aufgezeigt, welche Bestattungsformen es zwischenzeitlich in den Nachbarkommunen gibt. Aber weder eine Urnenwand noch ein anonymes Erdgräberfeld sollen in Uhingen realisiert werden. Ein Bereich an der Aussegnungshalle im alten Friedhofsbereich im Oberdorf, der dafür in Frage gekommen wäre, wird vielmehr in einen Ruhebereich umgestaltet, der den Parkcharakter der Friedhofs unterstreichen und Kommunikationsort werden soll.

Im bereits bestehenden anonymen Gräberfeld wird die Verwaltung jetzt einen Vorschlag erarbeiten, wie der Wunsch von Angehörigen eines Verstorbenen nach einer kleinen Namenstafel realisiert werden kann. Bürgermeister Matthias Wittlinger wird mit den Pfarrern der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden die Regelungen zu Trauerfeiern und Bestattungen sowie ihre Terminierung noch einmal besprechen. Diese Regelungen sollen dann ebenfalls in einer späteren Sitzung vom Gemeinderat beschlossen werden.


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Autor: MARGIT HAAS | 10.02.2012

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