Vielseitig und anspruchsvoll

Uhingen.  Aus dem umfangreichen Repertoire des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg hat Chefdirigent Toni Scholl zum Wohl der "Guten Taten" aus dem Vollen geschöpft. Ein Konzert für jeden Geschmack.

Kriminalistisch gesehen sind sie Wiederholungstäter: Toni Scholl, Chefdirigent des Landespolizeiorchesters (LPO) Baden-Württemberg, musiziert nicht nur immer wieder gerne im Uhinger Uditorium, sondern auch regelmäßig ohne Gage für einen guten Zweck. Diesmal kamen die Eintrittsgelder komplett der NWZ-Aktion der "Guten Taten" zugute, denn die Gastgeber verzichteten - auch zum wiederholten Male - auf die Hallenmiete.

Musik ist ein besonderer Botschafter, wer wüsste das besser als der 48-jährige Orchesterchef und sein 35-köpfiges Ensemble, das ausschließlich aus Profi-Musikern besteht. Entsprechend ausgeklügelt und hochwertig ist das Repertoire, das für jeden Geschmack etwas bereithält.

Eröffnet wurde mit der Ouvertüre "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauss junior. Der Komponist stand obendrein für schwungvolle Walzerklänge wie bei "Rosen aus dem Süden", der ungarischen Polka "Élijen a Magyár" und dem als schwierig bekannten "Perpetuum Mobile" Pate. "Und so weiter und so weiter", beendet Scholl abrupt dieses quirlige Instrumentalstück, das von Anfang bis Ende in gleichbleibenden kleinen Notenwerten und schneller Bewegung ausgeführt wird und "als ein musikalischer Scherz" zu sehen ist.

Zu jedem Titel wusste der Kapellmeister, der bereits sieben Jahre lang mit sicherer Hand den Taktstock hält und seit 1983 hauptberufliches Orchestermitglied ist, Interessantes zu berichten und blieb bei seinen Moderationen genauso entspannt wie beim Dirigieren.

Auch nicht zu verstecken brauchte sich das grandiose Bläser-Duo, bestehend aus Peter Misell auf dem Flügelhorn und Posaunist Nikolas Pfeifle. Sie spielten Joe Cockers Klassiker "Up where we belong". Timo Kächele gab auf seinem Euphonium gekonnt den Ohrwurm "We are the champions" zum Besten und machte damit den Queen-Titel für sich und seine Kollegen quasi zum Programm.

Der altersmäßig bunt gemischte Klangkörper wurde seinem vorauseilenden Ruf als "guter Ton der Polizei" mehr als gerecht. Künstlerisch wie musikalisch lieferte das Berufsorchester eine höchst niveauvolle Leistung ab und traf mit den beklatschten Gassenhauern "Berliner Luft" und "Radetzky-Marsch" voll ins Schwarze.


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Autor: SABINE ACKERMANN | 31.01.2012

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