Türmchen strahlt in neuem Glanz

Uhingen.  Dank des Konjunkturprogramms des Bundes hat das Sparwieser Bürgerhaus ein neues Dach erhalten. Das fast 200 Jahre alte Gebäude erstrahlt mit seinem Uhrentürmchen in neuem Glanz.

Rund 80 000 Euro hat die Stadt Uhingen in die Dachsanierung des Bürgerhauses Sparwiesen investiert. Den größten Teil des Betrages hatte der Bund übernommen. "55 000 Euro haben wir aus dem Konjunkturpaket II erhalten", sagt Stadtbaumeister Frank Hollatz. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Stadt an der Fils wäre das Projekt "ohne diesen Zuschuss geschoben worden".

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1808 gebaut. Damals regelte eine königliche Verordnung, dass öffentliche Backhäuser zu bauen waren, da die Backöfen in den Häusern gefährlich waren. Wegen der Feuersicherheit musste dieses öffentliche Backhaus ganz aus Stein gebaut sein. Deshalb "war es ein Leichtes, 1815 ein Stockwerk darauf zu setzen und darin das schon lange notwendige Schullokal einzurichten", so der frühere Ortsvorsteher Werner Litz. Daneben war noch Platz für das Dienstzimmer des Schultheißen. Der blieb dort bis 1950, dann erst wurde das neue Rathaus gebaut.

1857 bekam das Rathaus ein Türmchen mit Glocke und Uhr - ein für die kleine Gemeinde wichtiges Ereignis. Der e Glockengießer Heinrich Kurtz aus Stuttgart lieferte eine "154, 3/4 Pfund schwere Glocke aus ächtem, reinen Metall". Die Uhr mit vergoldetem Zeigerwerk und Glockenschale für den Viertelstundenschlag wurde vom Mechanikus Johann Georg Müller in Nürtingen angefertigt. Das Werk wurde, "nachdem die Uhr in Gang gebracht war und man sah und wahrnahm, dass solche ein Meisterwerk seih, sofort, ohne von einem Sachverständigen zuvor revidiert worden zu sein, bezahlt", berichten die Quellen.

1907 musste die Uhr ausgewechselt werden. Die Turmuhrenfabrik Phillip Hörz aus Ulm lieferte ein vollständig neues Werk einschließlich Glaskasten, vergoldeten Zeigern und Zifferblatt. Noch heute wird die Uhr täglich von Eugen Stegmaier von Hand aufgezogen. An Drahtseilen hängen blecherne Eimer die mit Steinen gefüllt sind. Diese werden täglich mit einer Handkurbel etwa drei Meter hochgezogen. Ihr Gewicht hält die Uhr am Laufen. Blieb sie in der Vergangenheit dennoch einmal stehen, blieb dies nicht lange unbemerkt, die aufmerksamen Sparwieser informierten sofort den Ortsvorsteher.


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Autor: MARGIT HAAS | 10.03.2010

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