Tanzen beflügelt
Uhingen.
"Ihr müsst eure Schultern mehr nach hinten biegen", erklärt Monika Weishaupt geduldig und drückt erneut auf den An-Knopf auf ihrem CD-Player. Sofort nimmt die fremdländische Musik die acht- bis zwölfjährigen Mädchen gefangen und fast wie von allein kreisen dazu ihre Hüften. Seit Bollywood hat der orientalische Tanz noch mehr an Popularität gewonnen, doch die indische Variante steht heute im Schülerferienprogramm beim Turnverein Uhingen nicht auf dem Programm.
"Wir üben den arabischen Tanz, genauer gesagt kommt er aus Ägypten", weiß die Übungsleiterin, die heuer den "Raks Sharki" anbietet und sich seit nunmehr 14 Jahren diesem Hobby verschrieben hat. In Zeiten eines akuten Bewegungsmangels lockern solche Tänze Verkrampfungen, trainieren die Motorik und bereiten aufgrund des schöpferischen Erlebens den Kindern und Jugendlichen jede Menge Freude.
Zum vierten Mal findet dieser zweitägige Workshop statt und einigen Mädchen sieht man an, dass sie schon öfter fernöstliche Luft geschnuppert haben. "Ich besuche auch noch den Jazzkurs, doch da bewegt man sich viel schneller", verrät indes die zehnjährige Laura, die besonders geschmeidig ihren Körper verbiegt. Funktionieren die "Schlangenarme" mittlerweile bei allen ganz prima, fällt dagegen der "Schulter-Shimmie" bedeutend schwerer.
"Die Knie etwas gebeugt und Becken nach vorne kippen", gibt Weishaupt Tipps bei der Ausführung der rhythmischen Bewegungen. Die sind ganz unterschiedlich. Mal anmutig schlängelnd wie eine Kobra, danach folgt ein fetzig-peppiger Kreuzschritt. Laura, Leah, Lisa, Luisa und Janina tragen wie ihre acht Mitstreiterinnen ein mit Pailletten und Münzen verziertes Tuch um die Hüften, das schon bei der kleinsten Regung ein metallenes Geräusch von sich gibt. Das Klimpern unterstreicht die exotische Musik und lässt die Schülerinnen beinahe vergessen, dass sie sich nicht in der Wüste, sondern ganz irdisch in der Uhinger Turnhalle befinden.
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02.09.2010
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