Partner in Sachsen in Not

Ebersbach.  Hilferuf aus der Ebersbacher Partnerstadt in Sachsen. Das Spreehochwasser Mitte August hat vielen Familien schwer zugesetzt. Die Stadt Ebersbach ruft zu Spenden für die Ebersbacher in Sachsen auf.

Land unter: Zwei schwere Hochwasser haben der Ebersbacher Partnerstadt Ebersbach/Sachsen schwer zugesetzt. "Zwei verheerende Fluten innerhalb von acht Tagen" brachen über die Stadt herein. Besonders schlimm hat es die Menschen in der Nacht zum 16. August erwischt. "An ein solches Hochwasser können sich selbst die ältesten Ebersbacher nicht erinnern", berichtet Bürgermeister Bernd Noack.

Allmählich zeichne sich das Ausmaß der Schäden ab. 74 Familien mussten ausquartiert werden, weil ihre Häuser im gesamten Untergeschoss überflutet worden waren. Die Schäden im Privatvermögen belaufen sich nach einer vorläufigen Bestandsaufnahme auf rund 1,5 Millionen Euro. Während für die Schäden im öffentlichen Bereich ein Förderprogramm des Freistaates einspringe, stünden viele Familien vor dem finanziellen Ruin, schildert Noack die Lage.

"Manche haben nach der Wende Darlehen aufgenommen, um sich ein neues Heim zu schaffen", erklärt der Bürgermeister. Da viele Gebäude im so genannten Hochwasserentstehungsgebiet lägen, seien die Versicherungssummen horrend und für viele schlichtweg nicht bezahlbar. Zudem haben die Fluten - Experten sprechen von einem 200-jährigen Hochwasserereignis - auch Häuser erwischt, deren Besitzer aufgrund der Lage bislang keine Notwendigkeit gesehen hatten, eine entsprechende Versicherung abzuschließen.

Die Stadt in der Oberlausitz hat inzwischen ein Spendenkonto für die betroffenen Familien eingerichtet. In seiner Not hat Bürgermeister Bernd Noack nun auch einen Hilferuf an seinen Amtskollegen Sepp Vogler an die Fils geschickt. "Es ist mir nicht leicht gefallen, mit diesem Brief und meiner Bitte an Euch heranzutreten", schreibt Noack. "Aber angesichts der schweren Situation brauchen wir die Hilfe von Freunden für unsere betroffenen Ebersbacher Familien."

Im kommenden Jahr feiern die beiden Städte das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. "Es sind viele gute Freundschaften und gute Kontakte entstanden", sagt der Rathauschef in Sachsen auf Anfrage und: "Die Menschen freuen sich über jedes Zeichen der Solidarität, auch kleine Summen helfen."

Im Rathaus an der Fils haben die Bilder und der Notruf aus Sachsen große Betroffenheit ausgelöst. Hauptamtsleiter Günther Pfeiffer hat in Vertretung von Rathauschef Vogler, der zurzeit in Urlaub ist, Unterstützung zugesagt. "Es wäre ein Zeichen der besonderen Verbundenheit, wenn sich viele Filstal-Ebersbacher an der Spendenaktion unserer Partnerstadt in der Oberlausitz beteiligen würden."

Info Spendenkonto 3000 2092 03, Bankleitzahl 850 501 00, Kennwort "Hochwasser Ebersbach/Sa."


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Autor: KARIN TUTAS | 02.09.2010

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